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Aus der Stadt Polizei genehmigt alle Sonnabend-Demos
Hannover Aus der Stadt Polizei genehmigt alle Sonnabend-Demos
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00:20 23.11.2014
Nicht einschüchtern lassen: Erdinc Arabaci und Ibrahim Sarikaya 
betreiben eine Wasserpfeifenbar am Klagesmarkt. Trotz des Aufmarschs von Rechtsradikalen und Angehörigen der linksautonomen Szene wollen sie ihren Laden öffnen: „Wir fürchten uns vor niemandem“, sagen sie.
Nach den Ausschreitungen vom 15. November wollen am Wochenende wieder Rechte und Linke in Hannover demonstrieren. Quelle: dpa/Archiv
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Zudem haben die Polizeibeamten dafür Sorge zu tragen, dass alle Besucher des Fußballspiels von Hannover 96 gegen Bayer Leverkusen problemlos den Weg ins Stadion und wieder zurück finden. „Es werden nicht so viele Kollegen im Einsatz sein, wie am vergangenen Wochenende, wir sind aber personell so aufgestellt, dass wir alles gut in den Griff bekommen werden“, sagt Polizeisprecher Thorsten Schiewe.

Demo „Ehe und Familie vor!“

Zu den vier Demonstrationen gehören eine Versammlung des ultrakonservativen Aktionsbündnisses „Demo für alle“. Die bis zu 1000 Teilnehmer wenden sich gegen die Pläne der Landesregierung, künftig Homosexualität, Bi-, Trans- und Intersexualität in der Grundschule zu thematisieren. Um 14 Uhr wollen die Teilnehmer vom Steintor über Goethestraße, Leibnizufer, Schloßstraße und Leinstraße zum Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz ziehen, wo der Aufzug um 17 Uhr enden soll.

Demo „Vielfalt statt Einfalt“

Die Gegner der „Demo für alle“ treffen sich um 12.30 Uhr auf dem Platz an der Goseriede - unter dem Motto „Vierlfalt statt Einfalt“ erwarten die Organisatoren dort rund 500 Teilnehmer. Die Stadt unterstützt diese Veranstaltung. Personaldezernent Harald Härke wird an dem Protest teilnehmen. Am Steintorplatz will die Stadt Regenbogenflaggen hissen - sie sind ein Symbol der Schwulen- und Lesbenbewegung und als Zeichen der Toleranz weit verbreitet. Die Demo soll um 14 Uhr enden.

Die Stadt hat am Steintorplatz für Sonnabend schon einmal die Regenbogenflaggen als Zeichen der Toleranz und Vielfalt gehisst. Quelle: Sedelies

Demo „Hinrich-Wilhelm-Kopf-Platz“

Auf die Situation ihrer Glaubensgemeinschaft in den vom IS-Terror bedrängten und umkämpften Gebieten wollen Jeziden am Sonnabend von 13 bis 18 Uhr am Ernst-August-Platz aufmerksam machen.

Demo „Für die Opfer von linker Gewalt“

Viel größeres Kopfzerbrechen bereiten der Polizei allerdings die beiden anderen Demonstrationen. Der Rechtsextremist Michael B. aus Braunschweig hat zu einer „Kundgebung für die Opfer linker Gewalt“ aufgerufen: Sie soll von 12 bis 16 Uhr am Klagesmarkt stattfinden. Nach Angaben der Behörde rechnet er mit etwa 500 Teilnehmern. In seiner Anmeldung nimmt er direkten Bezug auf die Vorfällen am Rande der Demo „Hooligans gegen Salafisten“ (HoGeSa) am vergangenen Sonnabend. Am Ende der Veranstaltung waren vier Hooligans aus Bielefeld von einer 30- bis 40-köpfigen Gruppe zum Teil vermummter Linksradikaler angegriffen worden. Zwei der Opfer trugen dabei unter anderem so schwere Kopfverletzungen davon, dass die Polizei jetzt unter anderem wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt. Die Rechtsradikalen wollen in der Nähe des Tatorts eine stille Kundgebung abhalten und fordern die Teilnehmer dazu auf, schwarze Fahnen mitzubringen. Nach Angaben der Polizei gibt es bislang keine Hinweise darauf, dass sich Hooligans in einer größeren Anzahl der Versammlung anschließen werden.

Demo gegen die Rechten

Gegen diese Veranstaltung formiert sich unterdessen der Protest aus der linken Szene. Rund 500 Teilnehmer wollen gegen das Treffen der rechtsextremen Szene demonstrieren. Ihr Versammlungsort ist von 11 bis 18 Uhr die Goseriede/Ecke Celler Straße – also genau gegenüber der Veranstaltung der Rechten. Die Polizei wird alles daran setzten, die beiden Gruppen zu trennen, denn nach Angaben der Behörde sind gewalttätige Auseinandersetzungen bei einem Aufeinandertreffen beider Fraktionen „als sehr wahrscheinlich anzusehen.“

In einer Pressemitteilung mutmaßt die Polizei, dass bei den beiden Veranstaltungen allerdings nicht die jeweils erwarteten 500 Teilnehmer erscheinen werden.

tm/sbü

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