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Aus der Stadt Klartext-Festival begeistert 400 Besucher
Hannover Aus der Stadt Klartext-Festival begeistert 400 Besucher
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17:29 17.10.2017
Poetry-Slammer Bas Böttcher auf der Bühne im Pavillon. Quelle: Clemens Heidrich
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Hannover

"Das war unser kleiner Bericht vom Klartext-Schreibfestival. Vielen Dank und viel Spaß“, sagen Anna Solbach und Laura Braus mit leichter Melodie in der Stimme lächelnd in die Kamera ihrer Mitschülerin Julia Rottmann hinein. Damit ist die letzte Szene ihrer Reportage aus dem Kulturzentrum Pavillon im Kasten. Sie haben Besucher interviewt, Stände abgefilmt und kleine Szenen beobachtet. Nun senken sie Handy-Kamera und Mikrofon, klatschen sich gegenseitig ab und sind ganz offensichtlich stolz auf sich. Das Schülerteam aus Oesede bei Osnabrück macht vorerst Feierabend und zieht zur nächsten Station im Pavillon.

400 Schüler waren am Dienstag im Pavillon beim Klartext-Festival.

Fast 400 Schüler aus ganz Niedersachsen kamen Dienstag in Hannover zusammen, um an Schreibstilen und Recherchemethoden zu arbeiten. Sie nahmen gemeinsam mit Lehrern und Schulleitern an diversen Workshops teil, die sich mal künstlerisch und mal journalistisch mit dem beschäftigen. „Wir möchten euch Eindrücke vermitteln, die zum Schreiben ermutigen“, sagte Cornelia Schneider-Pungs vom Kultusministerium in ihrer Einleitung.

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Gemeinsam mit zahlreichen Partnern wie der VGH-Stiftung, Junge Presse Niedersachsen, Verband der Niedersächsischen Jugendredakteure, die Niedersächsische Landeszentrale für Politische Bildung (LPB), der Stadt und Region Hannover hatte die Stabstelle Medienbildung die Veranstaltung organisiert. Etliche Schulen ab der fünften Klasse wurden eingeladen. Hunderte Schüler versammelten sich in fast allen Räumlichkeiten des Pavillon. Und entsprechend umfangreich fiel das Angebot aus.

Schüler verfassten Kurzgeschichten und sogenannte Whats­app-Romane, schrieben Gedichte und mit Performance-Künstler Bas Böttcher Slam-Poetry-Texte. „Wir möchten nicht nur, dass ihr etwas zu sagen habt, sondern auch darauf achtet, wie ihr etwas sagt“, formulierte der erste Poetry-Slam-Meister im deutschsprachigen Raum.

Es ging aber nicht nur um Lyrik und Prosa. Die LPB erklärte, wie man Fakenews besser erkennt, Schüler konnten sich Tipps holen für die Visualisierung von Reportagen zum Beispiel und nutzen dabei das sogenannte Graphic Recording, also eine Art visuelles Protokoll, und sie lernten, wie eben die Schülerinnen aus Oesede wie Videoreporter praktisch arbeiten.

Auch die HAZ engagierte sich und lud zu einem sogenannten Listicles-Workshop. HAZ-Reporter Nils Oehlschläger und Kira von der Brelie erklärten den Nutzen von redaktionellen Listen wie „52 Dinge, die ein Student in Hannover gemacht haben muss“ oder „Zehn Lehren vom Pilgertrip“. „Listen bringen Abwechslung in Schülerzeitungen und Blogs, denn sie sind kleinteilig und präsentieren teils überraschende Fakten - das interessiert die Leser“, sagte Oehlschläger. Später erklärte HAZ-Redakteur Karsten Röhrbein den Ablauf eines Volontariats.

Besonders interessant fanden die Schüler den Workshop von Medienpädagoge Heiko Idensen. Bei Idensen konnten die Teilnehmer mit dem Spiel „Minecraft“ ganze Welten programmieren. Für die Stadtbibliothek lässt Idensen regelmäßig Schauplätze aus Büchern als digitale Spielwelten nachbauen. „Das hat sehr großen Spaß gemacht“, sagte Simon Drewke.

Schneider-Pungs zog eine positive Bilanz. „Wir sind überwältigt, dass die Schüler das Programm so angenommen haben. Und auch die Lehrer haben sich sehr entspannt darauf eingelassen.“ Die Wiederholung ist geplant.

17.10.2017
20.10.2017