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Aus der Stadt Klassenfahrt mit Eltern nun doch erlaubt
Hannover Aus der Stadt Klassenfahrt mit Eltern nun doch erlaubt
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00:21 25.10.2014
Von Saskia Döhner
Schüler der Südstädter Elsa-Brändström-Schule dürfen mit ihren Eltern auf Klassenfahrt gehen - sie müssen das in der Schule Versäumte nachholen.
Schüler der Südstädter Elsa-Brändström-Schule dürfen mit ihren Eltern auf Klassenfahrt gehen - sie müssen das in der Schule Versäumte nachholen. Quelle: Surrey
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Die Kinder können für die Ausflüge von der Schulpflicht befreit werden – müssen den versäumten Unterrichtsstoff aber selbstständig nachholen. Diese Fahrten gelten dann zwar nicht als Klassenfahrten, aber immerhin als „schulfahrtähnliche Veranstaltung“. Für das Land ist es ein Pilotprojekt – an der Elsa-Brändström-Schule hatten die Eltern besonders hartnäckig gegen ausfallende Klassenfahrten protestiert. Vor zwei Monaten hatte das Land noch darauf beharrt, dass Schüler alle ausgefallenen Stunden nachholen müssten, wenn sie mit Eltern anstatt mit Lehrern wegfahren. Nun ist es von diesem Standpunkt abgerückt und erlaubt den Sonderweg an dem Südstädter Gymnasium.

Weil die wöchentliche Unterrichtsverpflichtung von Pädagogen an Gymnasien seit diesem Schuljahr von 23,5 auf 24,5 Stunden heraufgesetzt worden ist, hatten nahezu alle Gymnasien in Hannover beschlossen, freiwillige Leistungen der Lehrer wie etwa Klassenfahrten zu streichen. Landesweit beteiligen sich rund zwei Drittel der Schulen an dem Boykott. Der Landesschülerrat kritisiert die Absage der Klassenfahrten und hat zu Protestaktionen aufgerufen. So könnten sich Schüler weigern, die Tafel zu wischen oder das Klassenbuch zu führen. Dies sei eine freiwillige Leistung der Schüler, die man auch streichen könnte.

„Es darf nicht sein, dass die Schüler zum Spielball persönlicher Interessen gemacht werden“, kritisiert Wolfgang Czychon vom Förderverein der Elsa-Brändström-Schule, der die Idee für die Ersatzfahrten mit Eltern hatte. Lehrerverbände und Landesregierung schöben sich gegenseitig die Schuld für die verfahrene Situation zu, die Leidtragenden seien die Kinder. Für die Brändström-Schule habe man jetzt wenigstens eine Ausnahmeregelung gefunden. Heute Abend soll darüber bei einer Schulelternratssitzung informiert werden. Czychon hofft, dass möglichst viele Eltern bereit sind, Fahrten zu begleiten. Die Ausflüge müssen  für die Unterrichtsbefreiung einen Erziehungs- oder Bildungswert aufweisen. Die Schule übernimmt keine Haftung. Czychon sagt, alle Versicherungsfragen würden vorher geklärt. Vielleicht schon im Frühsommer könnten Sechst- und Achtklässler eine Fahrt machen. Für die Abiturienten komme die Einigung zu spät.

Schulleiter Thomas Seidel-Becker ist froh, dass es den Eltern gelungen sei, „den gordischen Knoten zu zerschlagen“. So kämen Schüler doch in den Genuss von Klassenfahren. „Es ist ein Modellversuch. Ob es auch ein Modell für andere Standorte ist, wird sich zeigen.“ Es sei aber kein Konzept, den grundsätzlichen Konflikt um die Mehrarbeit zu lösen.

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