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Aus der Stadt Wenn Klassiker Neuland erobern
Hannover Aus der Stadt Wenn Klassiker Neuland erobern
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00:24 18.06.2015
Von Volker Wiedersheim
Musik liegt in der Luft: Ariane Jablonka (Mitte) macht mit Sopranistin Diliana Michailov und Pianist Assen Boyadjiev Lust auf Konzerte unter freiem Himmel.
Musik liegt in der Luft: Ariane Jablonka (Mitte) macht mit Sopranistin Diliana Michailov und Pianist Assen Boyadjiev Lust auf Konzerte unter freiem Himmel. Quelle: Behrens
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Hannover

Klassische Musik - nur ein Vergnügen für exklusive Kreise, die sich die feineren Besuche in Oper, Funkhaus oder Stadthalle und Beethoven-Saal leisten? Vielleicht war das mal so. Traditionell kommen zwar nicht alle Leute zur Klassik. Aber in Hannover kommt ja sympathischerweise die Klassik zu den Leuten - und das kommt an. Am 27. Juni startet die Klassik in der Altstadt. Es ist schon die 15. Auflage.

Aus der fast zaghaften Folge von Konzerten - viele davon umsonst und unter freiem Himmel - im Jahr 2000 ist inzwischen ein über die Grenzen der Stadt hinaus beachtetes Festival geworden. Der Publikumszuspruch ist stetig gewachsen. Wenn das Wetter an den Wochenenden nur einigermaßen passt, darf mit weit mehr als 10 000 Besuchern gerechnet werden. Nimmt man die neuen Konzerte auf der Open-Air-Opernbühne am Neuen Rathaus im Maschpark, als deren heimlichen Wegbereiter das Klassikspektakel in der Altstadt womöglich gelten darf, so hat sich Hannover neben dem etablierten Betrieb ein ganz neues Feld für Veranstaltungen erschlossen - und jede Menge neues Publikum gleich mit dazu. Das passt ganz gut zu einer „Unesco City of Music“ - so der Titel, den Hannover neuerdings tragen darf.

Klassik-in-der-Altstadt-Organisatorin Ariane Jablonka hat dabei im 15. Jahr des einstmals auf Initiative des Verkehrsvereins ins Leben gerufenen Festivals ein paar neue Ideen und Kooperationen verwirklicht, die deutlich in Richtung Wachstum zeigen - nicht zuletzt, weil auch der wichtigste Sponsor, die Sparda-Bank-Stiftung, für dieses und die Jahre 2016 und 2017 jeweils 15 000 Euro Zuschuss garantiert. So beginnt das Festival in diesem Sommer nicht wie in den Jahren zuvor zwischen Schützen- und Maschseefest, sondern startet schon am 27. Juni, integriert in das NDR-Musikfest. Und weil auch der Niedersächsische Chorverband zugleich als weiterer Kooperationspartner sein 25-jähriges Bestehen feiert, wird dieser Sonnabend Hannover mit klassischer Musik erfüllen, wie es die Stadt selten an einem Tag geboten bekommt. Nach dem Eröffnungskonzert um 12 Uhr in der Marktkirche (mit der NDR Radiophilharmonie und dem Bachchor Hannover) geht es über den Tag mit weiteren kleineren Darbietungen in Klavierhaus Döll, Ballhof Eins und Zwei, dem Leibnizhaus, der Buchhandlung Decius, Clemens- und Aegidiuskirche und sogar im Brauhaus Ernst August weiter - letzterer Ort eben wieder ein Beweis dafür, dass das Festival die Klassik auch dahin bringt, wo sie üblicherweise nicht zu erwarten ist.

Wie in den Vorjahren gibt es am 4. und 11. Juli erneut die von Jablonka geführten und unterhaltsam moderierten Klassikrundgänge von Bühne zu Bühne - besonders interessant für Musikliebhaber, die nicht nur Musik hören, sondern auch mehr über Komponisten und Konzertierende erfahren möchten. Und Berichtenswertes gibt es da zuhauf, wie Jablonka sagt. „Das Festival hat sich herumgesprochen. Es gibt viel mehr Anfragen von Künstlern als wir berücksichtigen können. Aber unser Schwerpunkt sind die Studierenden der Musikhochschule, denen wir eine einmalige Gelegenheit bieten, sich zu präsentieren“, sagt die Organisatorin. Das locke inzwischen auch Intendanten anderer Festivals aus ganz Deutschland an, die wissen, dass sie in Hannover Talente für ihre Konzerte entdecken können.

Ein Highlight ist Freitag, 10. Juli, um 20 Uhr in der Kreuzkirche das Jubiläumskonzert „Opus 15“, bei dem es mit dem Europäischen Synagogalchor unter Leitung von Andor Izsak und weiteren Solisten auf eine musikalische Reise von Bach bis Weil geht. Zum Festivalabschluss wagt sich die Klassik in der Altstadt erstmalig aus der Altstadt heraus - in die Wedemark, wo am 18. Juli die zwei Ensembles Duo Oblivion und Devion Duo erneut einen eher untypischen Ort für die klassische Musik erobern: den Hof von Milchproduzent Hemme, der an diesem Tag sein Sommerfest feiert, das ebenfalls ein großer Publikumsmagnet ist.

Das Programm im Überblick

Sonnabend, 27.06.     
ab 12 Uhr, Ballhof: NDR Musikfestes, Konzerten im Klavierhaus Doll

17.00 Uhr: Preisträger-Konzert & Interviews auf der NDR Kulturbühne

Samstag, 04.07.     
13:00-13:30 & 15:30-16:00 Uhr, Marktplatz: Opern & Operette bis Musical, Gesangsklasse

13:45-14:15 & 16:15-16:45 Uhr, Historisches Museum: Gesang & Klavier

14:30-15:00 & 17:00-17:30 Uhr, Kreuzkirche: Trio – Oboe, Klarinette & Gitarrenduo/ Fagott

Freitag, 10. 07.

19.30 Uhr bis ca. 21 Uhr, Kreuzkirche: OPUS 15 Konzert: Europäischer Synagogalchor – Leitung Andor Izsak, Katharina Steinbeis, Harfe - 1. Preisträgerin 2014 Axel La Deur, Orgel

Samstag, 11. 07.     
13:00-13:30 & 15:30-16:00 Uhr, Marktplatz: Don Giovanni-Ensemble-Gesangsklasse

13:45-14:15 & 16:15-16:45 Uhr, Historisches Museum: Fübrass Bläserensemble/ Akkordeonduo

14:30-15:00 & 17:00-17:30 Uhr, Kreuzkirche: Akkordeon & Geige/ Orgel & Gesang

ab ca. 18 Uhr: Preisverleihung Sparda Bank Publikumspreis & Konzert in der Marktkirche mit Ulfert Smidt.

Das Programm zum Herunterladen

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