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Aus der Stadt Geteiltes Echo auf Umzugsprämie
Hannover Aus der Stadt Geteiltes Echo auf Umzugsprämie
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18:22 09.02.2015
Von Andreas Schinkel
Senioren sollen in kleinere Wohnungen ziehen, um Platz für Familien zu schaffen – die Reaktionen auf diesen Gewerkschaftsvorschlag sind in Hannover unterschiedlich. Quelle: dpa/Symbolbild
Hannover

Der Immobilieneigentümerverein Haus und Grundeigentum hält die Idee der Gewerkschaft IG Bau für einen richtigen Anstoß. Der Mieterbund Hannover dagegen befürchtet, dass das Angebot von kleinen Wohnungen noch knapper wird. Wohnungsunternehmen und Politik bleiben skeptisch. Sie alle sind sich aber weitgehend einig, dass es etliche ältere Menschen in Hannover gibt, die in sehr großen Wohnungen leben.

Gewerkschaftschef Robert Feiger brachte die Umzugsprämie vor einigen Tagen ins Gespräch. Bis zu 5000 Euro solle der Staat Senioren zahlen, die in kleinere Wohnungen wechseln. Feiger begründete seine Idee damit, dass in Großstädten viele Senioren in großen Wohnungen lebten, Familien sich aber mit kleinen Wohneinheiten begnügen müssten. Häufig scheuten Senioren die Kosten und den organisatorischen Aufwand von Umzügen, meinte Feiger. Je nach Bedarf könne der Staat einspringen und Umzugshelfer sowie die Renovierung der alten Wohnung bezahlen.

Ein Umzug selbst ist teuer

„Tatsächlich ist so ein Umzug für viele teuer“, sagt Rainer Beckmann, Vorsitzender von Haus und Grundeigentum. Daher könne eine Prämie Senioren ermuntern, in kleineren Wohnungen glücklich zu werden. Der Mieterbund Hannover glaubt, dass im Stadtgebiet nicht allzu viele Senioren in großzügigen Wohnungen leben. „Das ist vermutlich eher im Umland der Fall“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin des Mieterbunds, Susanne Schönemeier. Schon jetzt zögen viele Senioren aus dem Umland in die Stadt und suchten sich eine kleine, barrierefreie Wohnung. „Wenn der Staat auch noch dafür zahlt, dass Senioren in kleine Wohnungen wechseln, haben wir ein Problem“, sagt Schönemeier. Insofern sei der Vorstoß aus der Gewerkschaft mit Vorsicht zu genießen.

Beim Bauunternehmen Gundlach, Eigentümer von 4000 Wohnungen, hält man die Anregung für bedenkenswert. „Ich bin aber kein Freund von staatlichen Prämien“, sagt Geschäftsführer Lorenz Hansen. Bei der städtischen Immobilienfirma GBH, Eigentümerin von mehr als 13.000 Wohnungen, ist man der Ansicht, dass die staatliche Hilfe zu spät kommt. „Es ist ohnehin unsere Pflicht, auf die Wünsche unserer Mieter zu hören und bei Bedarf Alternativen zu bieten“, sagt Geschäftsführer Karsten Klaus. Die GBH beschäftige „Wohnberater“, die sich um Mieter kümmern und Angebote unterbreiten. Dazu sei keine staatliche Prämie nötig.

Eine rein private Entscheidung

Das sieht auch der Bund der Steuerzahler so. „Es ist keine staatliche Aufgabe, finanzielle Anreize für einen Umzug zu schaffen“, sagt Bernhard Zentgraf, Vorsitzender des Bundes der Steuerzahler Niedersachsen-Bremen. Letztlich sei es eine rein private Entscheidungen, ob Menschen ihre Wohnung verlassen. Bei SPD und Grünen im Rat überwiegt ebenfalls die Skepsis. „Menschen sind mit ihrer Wohnung und ihrem Umfeld verwachsen“, sagt SPD-Baupolitiker Ewald Nagel. Ob sie ausziehen wollen, müsse ihnen überlassen bleiben. Grünen-Baupolitiker Michael Dette sieht in erster Linie die Wohnungsunternehmen in der Pflicht, sich um ihre Mieter zu kümmern. „Kleine Wohnungen sind oft teuer“, gibt er zu Bedenken.

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