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Aus der Stadt Kleingärtner wollen Rat zur Debatte zwingen
Hannover Aus der Stadt Kleingärtner wollen Rat zur Debatte zwingen
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07:33 20.03.2014
Von Mathias Klein
Karsten Plotzki und Susanne Leibold haben die Initiative mit in Gang gebracht. Quelle: Moritz Küstner
Hannover

„Die Kleingärten sind in Hannover ein unverzichtbarer Bestandteil der öffentlichen Grünflächen“, sagte die Sprecherin der Initiative, Susanne Leibold, am Mittwoch bei der Vorstellung des Einwohnerantrags. Die Initiative muss insgesamt 8000 Unterschriften von Hannoveranern sammeln. Dann wäre die Ratspolitik verpflichtet, sich mit dem Thema zu befassen. Einen Einwohnerantrag, der in Paragraf 31 des Niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetzes vorgesehen ist, hat es in Hannover nach Angaben der Initiatoren bisher noch nicht gegeben. Auch in der Stadtverwaltung kann man sich nicht an eine entsprechende Initiative erinnern.

Die Initiatoren, die meisten von ihnen haben keinen eigenen Kleingarten, bemängeln, dass in den vergangenen Jahren bereits zahlreiche Gartenflächen in Hannover weggefallen sind. Leibold nannte als Beispiele die Seelhorster Gärten, die Kleingärten auf dem jetzigen Boehringer-Gelände oder die Kleingärten an der Lange-Feld-Straße. Die Kleingartenflächen müssten die gleiche unantastbare Stellung haben wie andere Grünflächen, fordern sie, etwa wie die Eilenriede, der Tiergarten oder die Leinemasch.

Mitinitiator Karsten Plotzki sagte am Mittwoch, auch in einer großen Stadt wie Hannover müssten die Themen Wohnen und Naturerlebnis gleichwertig behandelt werden. Die Stadt hingegen betrachte die Kleingärtner offenbar nur als „Landnehmer“. Dass die Stadt jährlich aus den Kleingärten 2,5 Millionen Euro Pacht kassiere und auch noch kostenlos gepflegte Grünanlagen erhalte, spiele offenbar keine Rolle. Plotzki rechnet mit starkem Rückhalt für die Initiative. Bereits in den vergangenen Monaten sei es gelungen, 1400 Unterschriften zu sammeln. Plotzki, der im Bezirksrat Buchholz-Kleefeld sitzt, ist nach eigenen Angaben wegen der veränderten Haltung zu Kleingärten aus der SPD ausgetreten.

Unter dem früheren Wirtschafts- und Umweltdezernenten Hans Mönninghoff war kurz vor seiner Verabschiedung in den Ruhestand im vergangenen Sommer ein Konzept entwickelt und zum Teil vom Rat beschlossen worden, rund 1000 Parzellen der insgesamt rund 20.000 Kleingärten aufzugeben und zu Bauland zu machen. Mönninghoff hatte mit dem Wohnungsmangel und den Leerständen bei Kleingärten argumentiert.

Entschieden ist bei der Stadt noch nichts. Die Verwaltung verhandelt derzeit mit dem Bezirksverband der Kleingärtner, sagte Rathaussprecher Dennis Dix am Mittwoch. Ein Kleingartenkonzept soll Ende des Jahres fertiggestellt sein, darin werde es auch um die geplante Umwandlung von Kleingärten zu Bauland gehen. 

Die Stadt hat in den Verhandlungen Abstriche von ihren ursprünglichen Plänen gemacht. Inzwischen geht es offenbar nicht mehr um 1000 Kleingärten sondern nur noch um eine kleinere Anzahl. Zugleich sollen größere Parzellen zu kleineren aufgeteilt werden.

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