Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Weite Wege bis zum Kreißsaal
Hannover Aus der Stadt Weite Wege bis zum Kreißsaal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 23.10.2014
Von Veronika Thomas
Säuglinge werden im Nordstadtkrankenhaus und im Klinikum Großburgwedel nicht mehr auf die Welt kommen - die Geburtshilfen werden geschlossen. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

Übrig bleiben dann im Klinikumsverbund nur noch die Geburtsstationen der Häuser in Neustadt und Gehrden. Das Klinikum Region Hannover (KRH) argumentiert, dass die Versorgung von werdenden Müttern und Neugeborenen in Stadt und Umland durch andere Klinikträger weiterhin gesichert sei. „Bisher konnten wir die steigenden Geburtenzahlen gut kompensieren“, sagt Prof. Peter Hillemanns, Chefarzt der Frauenklinik in der Medizinischen Hochschule Hannover. Ähnlich äußern sich die Diakonischen Dienste Hannover (DDH), die eine gemeinsame Frauenklinik in Friederikenstift und Henriettenstiftung betreiben. „Wir sind darauf vorbereitet“, sagt DDH-Sprecher Achim Balkhoff. Die Diakonischen Dienste haben jedoch derzeit selbst zu kämpfen – das kirchliche Unternehmen drückt ein Defizit im zweistelligen Millionenbereich, weitreichende Umstrukturierungen sind in Planung.

Im KRH kamen im vergangenen Jahr zu wenig Kinder zur Welt, um vier Geburtshilfestationen wirtschaftlich betreiben zu können, heißt es. Im Klinikum Nordstadt waren es 891 Geburten, in Großburgwedel im selben Zeitraum 586. Das Defizit der vier Geburtsstationen in den KRH-Häusern – Nordstadtkrankenhaus, Großburgwedel, Gehrden und Neustadt – beziffert das Klinikum auf 3 Millionen Euro, allein 1,5 Millionen Euro im Klinikum Nordstadt. „Das Management in Bereich der Geburtshilfe ist sehr aufwendig“, betont Prof. Hillemanns von der MHH. Man benötige viel Personal, immer einen Nachtdienst und Fachärzte, um innerhalb von 20 Minuten ein Kind per Kaiserschnitt zu holen. „Für kleine Kliniken ist das ein beträchtlicher Wirtschaftsfaktor.“

Anzeige

Prof. Thomas Moesta, Medizin-Geschäftsführer des KRH, begründet die Schließung der Entbindungskliniken im Nordstadtkrankenhaus und in Großburgwedel zudem mit insgesamt rückläufigen Geburtenzahlen. „Außerdem bevorzugen werdende Eltern Perinatalzentren, um für eine Risikogeburt gerüstet zu sein.“

2013 kamen bei den DDH 3750 Kinder zur Welt, 2011 waren es noch 300 weniger. „Die Schließung der Entbindungsstation der Paracelsus-Klinik hat sich auch bei uns bemerkbar gemacht“, sagt Prof. Ralf Schild, Chefarzt der DDH-Frauenklinik. Auch in der MHH steigt die Zahl der Geburten stark an – von 1812 im Jahr 2011 auf 2066 im vergangenen Jahr. In diesem Jahr werden es knapp 2500 sein. Das Vinzenzkrankenhaus verbucht seit einigen Jahren gut 1000 Geburten jährlich. „Auch wir bereiten uns auf zusätzliche Geburten vor“, sagt der Ärztliche Direktor Jens Albrecht.

Aus der Stadt 40-Tonner kracht in Leitplanke - Südschnellweg nach Unfall wieder frei
21.10.2014
Aus der Stadt Nur Erneuerung der Fahrbahndecken - CDU will Straßensanierung streichen
23.10.2014
Aus der Stadt Klinikum Siloah-Oststadt-Heidehaus - Es läuft noch nicht rund im Neubau
Veronika Thomas 23.10.2014