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Aus der Stadt Klinikum Hannover trennt sich von Finanzchef Honsel
Hannover Aus der Stadt Klinikum Hannover trennt sich von Finanzchef Honsel
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00:15 27.05.2013
Von Bernd Haase
Karsten Honsel, bisher Geschäftsführer für Finanzen, muss das Klinkum Region Hannover verlassen.
Karsten Honsel, bisher Geschäftsführer für Finanzen, muss das Klinkum Region Hannover verlassen. Quelle: Archiv
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Hannover

Die Krise bei den regionseigenen Krankenhäusern führt jetzt doch zu einem Wechsel in der Geschäftsführung. Karsten Honsel, im dreiköpfigen Gremium zuständig für Finanzen und Infrastruktur, verlässt den Klinikenverbund, wie am Freitag nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt wurde. Es wurde ein einvernehmlicher Auflösungsvertrag geschlossen; über eventuelle Abfindungsregelungen wurde nichts bekannt. Honsels Vertrag lief eigentlich bis 2015. Er wähle „den Weg einer beruflichen Neuausrichtung“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

Das Klinikum war zuletzt in schweres Fahrwasser geraten. Die Region muss aufgelaufene und sich abzeichnende Defizite bis einschließlich 2016 mit 75 Millionen Euro ausgleichen, um das Klinikum vor der Zahlungsunfähigkeit zu bewahren. Der Geschäftsführung wurde vorgeworfen, die angespannte Lage zu lange unter der Decke gehalten zu haben – deshalb gab es erhebliche Auseinandersetzungen im Aufsichtsrat. Daraufhin hatte die Region den Druck auf die Chefs erhöht.

Ob Honsel nach acht Jahren als Finanzverantwortlicher offen zum Rücktritt gedrängt wurde, war nicht zu erfahren. „Der jetzige Zeitpunkt ist von mir gewählt, weil wir alle großen Bauprojekte erfolgreich aufgesetzt haben“, sagte der Betroffene. Gleichzeitig sehe er seinen Schritt als deeskalierend im Miteinander der Gremien des Klinikums in einem wirtschaftlich und politisch turbulenten Umfeld an. Regionspräsident Hauke Jagau zollte ihm Dank und erklärte, es sei „wichtig, den notwendigen Weg der Konsolidierung weiter zu beschreiten“.

Als Nachfolger Honsels soll zunächst ein Interimsgeschäftsführer bestellt werden, der nicht aus dem eigenen Haus stammt. Mit Vorschlägen für die langfristige Besetzung der Stelle wird eine Findungskommission betraut, die schon besteht und nun noch mehr Arbeit bekommt: Sie sucht auch Ersatz für den medizinischen Geschäftsführer Friedrich von Kries, dessen Abschied Ende September seit längerem feststeht. Als einziger der derzeitigen Führungsriege bleibt vorerst der der SPD nahestehende Personalgeschäftsführer Norbert Ohnesorg im Amt. Er soll aber, so ist zu hören, auf keinen Fall Sprecher der künftigen Geschäftsführung werden.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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