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Aus der Stadt Klinikum Region Hannover erreicht erstes Etappenziel
Hannover Aus der Stadt Klinikum Region Hannover erreicht erstes Etappenziel
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20:40 25.06.2010
Von Veronika Thomas
Bettenhaus auf Zeit: Der im April eröffnete Interimsbau ermöglicht den Abriss des Klinikums Siloah und den Neubau an gleicher Stelle.
Bettenhaus auf Zeit: Der im April eröffnete Interimsbau ermöglicht den Abriss des Klinikums Siloah und den Neubau an gleicher Stelle. Quelle: Nico Herzog
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2004 hatte das Defizit der damals zwölf ehemals städtischen und regionalen Krankenhäuser noch bei 21 Millionen Euro gelegen. In den Folgejahren konnte das Defizit kontinuierlich verringert werden: 2005 lag es noch bei 17 Millionen Euro, 2006 bei 14,8 Millionen Euro, 2007 bei 5,8 Millionen Euro und 2008 schließlich bei „nur“ noch 2,6 Millionen Euro.

„Dieser positive Abschluss ist nicht selbstverständlich“, resümierte Erwin Jordan, Vorsitzender des KRH-Aufsichtsrats. „Dieses Ergebnis konnte nur im Konsens mit den rund 8500 Mitarbeitern erreicht werden, die ihrerseits mit dem Abschluss des Tarifvertrags zur Konsolidierung und Zukunftssicherung einen bedeutenden Beitrag zum Erfolg beigesteuert haben.“ Mit diesem Vertrag verzichteten die KRH-Beschäftigten drei Jahre lang auf drei Prozent ihres Bruttolohns. Im Gegenzug sicherte ihnen das KRH eine Beschäftigungsgarantie bis 2015 zu.

„Vor fünf Jahren war es keineswegs sicher, ob es durch den Zusammenschluss der Kliniken in eine eigenständige GmbH gelingen würde, das Defizit dauerhaft zu senken“, sagte Regionspräsident Hauke Jagau bei der Bilanzpräsentation. Diese Entwicklung zeige, dass ein modernes kommunales Unternehmen im Wettbewerb bestehen könne und zukunftsfähig sei. „Das Klinikum Region Hannover ist ein bundesweit beachtetes Erfolgsmodell“, fügte Jordan hinzu. Besonders bemerkenswert sei es, dass der Erfolg ohne betriebsbedingte Kündigungen und ohne die Aufgabe von Klinikstandorten gelungen sei. Seit 2008 gehört als Klinik Nummer 13 das ehemalige Landeskrankenhaus Wunstorf mit 400 Betten und rund 900 Beschäftigten zur regionalen Klinikgruppe.

2009 wurden in den 13 Kliniken 133.000 Patienten stationär behandelt, 3000 mehr als 2008. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Zahl der sogenannten Casemix-Punkte, die Maßeinheit für den Schweregrad der Behandlungen, um 3,8 Punkte an, die Erlöse wuchsen um 6,6 Prozent. Der Gesamtumsatz belief sich im vergangenen Jahr auf 507 Millionen Euro, das sind 37 Millionen Euro mehr als 2008. Nach Angaben der KRH-Geschäftsführung bleibt die kommunale Klinikgruppe mit einem Anteil von rund 40 Prozent Marktführer bei der Krankenhausversorgung in der Region Hannover.

Mit 8500 Beschäftigten, darunter rund 1000 Ärzten und 650 Auszubildenden, ist das KRH größter Arbeitgeber in der Region. Ziel für 2010 ist eine erneute Leistungssteigerung, die in den kommenden Jahren unter anderem mit dem Ausbau von Kooperationen, etwa mit niedergelassenen Ärzten, intensiviert werden soll. Ein Stellenabbau ist nach Angaben von KRH-Geschäftsführer Norbert Ohnesorg nicht geplant. Im Gegenteil: 2009 seien 114 Arztstellen wieder besetzt worden. Welche finanziellen Auswirkungen der dreieinhalbwöchige Ärztestreik im Mai hatte, konnte Ohnesorg nicht sagen. „Das wird die Bilanz 2010 zeigen. Jetzt holen wir erst einmal die streikbedingt ausgefallenen Operationen nach.“

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