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Aus der Stadt Klinikum schreibt schwarze Zahlen
Hannover Aus der Stadt Klinikum schreibt schwarze Zahlen
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20:41 13.07.2012
Von Veronika Thomas
Der Neubau des Bettenhauses am Klinikum Nordstadt ist das zweitgrößte Bauvorhaben im Stadtgebiet. Es soll im September fertiggestellt sein.
Der Neubau des Bettenhauses am Klinikum Nordstadt ist das zweitgrößte Bauvorhaben im Stadtgebiet. Es soll im September fertiggestellt sein. Quelle: Steiner
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Anders als die Medizinische Hochschule Hannover, die 2011 mit einem Defizit von 15,9 Millionen Euro tief in die roten Zahlen gerutscht ist, erwirtschaftete die kommunale Klinikgruppe in den zwölf Krankenhäusern ein minimales Plus von 35000 Euro. „Dieses Ergebnis ist ein Erfolg“, sagte der KRH-Aufsichtsratsvorsitzende Erwin Jordan. Er rechne aber damit, dass der finanzielle Druck auf die Krankenhäuser weiter zunehmen werde. Für das Geschäftsjahr 2012 kalkuliert das Klinikum mit einem Defizit von 4,2 Millionen Euro.

2011 wurden mit 135000 stationären Behandlungsfällen etwa 1000 Patienten mehr behandelt als 2010. Der Gesamtumsatz stieg um fünf auf 520 Millionen Euro; die durchschnittliche Verweildauer je Behandlung sank auf 7,7 Tage. Im Jahr zuvor hatte sie noch bei 7,87 Tagen gelegen. „Wir können stolz auf dieses Ergebnis und das Engagement unserer Mitarbeiter sein“, sagte der für Finanzen zuständige Geschäftsführer Karsten Honsel. Die schwarze Null sei trotz abgesenkter Vergütungen für die Krankenversorgung und einer 3,5-prozentigen Gehaltserhöhung der 8500 Beschäftigten erreicht worden. Die Mehrbelastung beträgt 12,4 Millionen Euro. Das Klinikum zahle auch für sogenannte periphere Dienstleistungen wie die Hausreinigung und Speisenversorgung, die andere Großkliniken längst ausgegliedert hätten, Tariflöhne, sagte Norbert Ohnesorg, KRH-Geschäftsführer Personal.

Gesteigert wurde auch die Höhe der Investitionen auf 64,2 Millionen (Vorjahr: 40,7) für Neubauten, bauliche Sanierungen und Medizintechnik. Das größte Vorhaben, der Neubau des „Klinikums Mitte“, laufe nach Plan. Im September soll das dreistöckige Bettenhaus (Haus B) auf dem Gelände des Klinikums Nordstadt fertiggestellt sein; die Inbetriebnahme des Sockelgeschosses mit vier OPs, Untersuchungszentrum, gynäkologischer Ambulanz und einer weiteren Bettenstation ist für Frühjahr 2013 geplant. Um alle Bauinvestitionen finanzieren zu können, wozu auch Neubauten in Gehrden. Lehrte, Neustadt und Großburgwedel zählen, habe das KRH Kredite in Höhe von rund 100 Millionen Euro aufgenommen.

Um am immer schwieriger werdenden Markt bestehen zu können, sei es notwendig, die Strukturen effizienter zu gestalten, sagte Ohnesorg. „Patienten sollen davon möglichst wenig mitbekommen, deshalb sparen wir auch nicht an Ärzten und Pflegepersonal.“ Als zukunftsweisendes Instrument hätten sich die sogenannten virtuellen Kliniken und acht medizinischen Zentren entwickelt. Dort arbeiten Chefärzte der jeweiligen Fachdisziplinen unternehmensweit zusammen. Sie könnten ihre medizinische Expertise bündeln und die strategische Weiterentwicklung einschließlich der Anschaffung neuer Geräte, Einkauf und Ausbildung planen.

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