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Aus der Stadt Konflikte in Jobcenter der Region Hannover vorprogrammiert
Hannover Aus der Stadt Konflikte in Jobcenter der Region Hannover vorprogrammiert
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22:52 20.05.2011
Von Rüdiger Meise
Hinter dieser Fassade kann es schon mal laut werden. An einen Angriff kann man sich in Hannovers Jobcentern aber nicht erinnern. Quelle: Rainer Surrey

Offenbar ging es nur um wenige Euro. Die 39-jährige Arbeitslose wollte das Geld in bar mitnehmen, aber das ist nicht möglich, teilten ihr die Mitarbeiter im Jobcenter mit. Es kam zum Streit, die Frau randalierte, die Polizei kam, und irgendwann zog die Frau ein Messer. Eine Polizistin zog ihre Waffe und erschoss die 39-Jährige. Am Freitagmorgen wurde der Vorfall, der sich am Donnerstag in einem Frankfurter Jobcenter ereignet hatte, natürlich viel besprochen unter den Mitarbeitern der Jobcenter in Hannover.

„Der Auslöser des Streits ist ganz klassisch“, sagt Jobcenter-Sprecherin Marion Sprengel. Häufig entzündeten sich Konflikte zwischen Kunden und Mitarbeitern der Jobcenter daran, dass Kunden eine Leistung fordern, die das Jobcenter nicht erbringen kann. Es kann dann durchaus laut werden am Schalter, sagt Sprengel. Vor allem am Monatsanfang oder -ende, wenn die Schlangen vor den Schaltern lang sind und der Geduldsfaden der Kunden kurz. „Unsere behördenartige Struktur stellt viele formale Anforderungen an die Kunden“, sagt Sprengel. Wenn ein Empfänger von Hartz IV der Meinung ist, dass ihm eine bestimmte Leistung zusteht, er aber den erforderlichen Beleg nicht vorweisen kann, dann können Emotionen hochkochen. „Oder wenn ein Kunde den Eindruck hat, dass seine Anträge nicht schnell genug bearbeitet werden.“

Sprengel hat durchaus Verständnis dafür, dass sich Kunden erregen. „Schließlich geht es um nicht weniger als ihren Lebensunterhalt. Für manche sind wenige Euro schon sehr viel Geld.“ Dennoch dürften die Mitarbeiter der Jobcenter nicht beleidigt oder angebrüllt werden. Wer sich nicht beherrschen kann, bekommt ein befristetes Hausverbot. Zurzeit dürfen in Hannover 15 Leistungsempfänger die Jobcenter nicht betreten. An einen tätlichen Angriff in einem hannoverschen Jobcenter kann sich die Sprecherin nicht erinnern.

Um die Mitarbeiter zu schützen, hat die Region einen privaten Sicherheitsdienst engagiert und Notfallpläne entworfen. Ein Wachmann in blauer Kleidung steht in jedem Eingangsbereich und behält den Empfangstresen im Blick. Hier bilden sich die längsten Schlangen und hier kann man am besten einschätzen, ob ein Termin eskalieren könnte. „Die Präsenz des Wachmanns reicht häufig schon, um Situationen zu deeskalieren“, sagt Sprengel.

Eine Mitarbeiterbefragung im Jobcenter hat im vergangenen Jahr ergeben, dass das Gefühl, am Arbeitsplatz bedroht werden zu können, für viele eine Belastung ist. „Wir bieten den Mitarbeitern Gespräche an und Beratungen“, sagt Sprengel. Wie viele Angestellte das Angebot wahrnehmen, kann sie aus Datenschutzgründen nicht sagen. „Allerdings sollte sich jeder, der hier arbeiten möchte, darüber klar sein, ob er sich dem aussetzen will.“

Es war einer der brutalsten Raubüberfälle, die es in jüngster Zeit in der Region gegeben hat: Im vergangenen November soll Bertram M. den Eltern seiner damaligen Freundin aufgelauert und die 69 und 71 Jahre alten Garbsener stundenlang gefoltert haben, bevor er mit der ec-Karte seiner Opfer flüchtete.

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