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Aus der Stadt So erfahren Sie, ob Ihr Baby Diabetes hat
Hannover Aus der Stadt So erfahren Sie, ob Ihr Baby Diabetes hat
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00:19 21.01.2018
Ein an Typ-1-Diabetes erkranktes Mädchen spritzt sich  mit ihrem Insulinpen die notwendigen Insulineinheiten in den Bauch Quelle: dpa
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Hannover

 Eltern können jetzt in Hannover kostenlos das Diabetes-Risiko ihrer Babys testen lassen. Für die Teilnahme an der sogenannten Freder1k-Studie benötige der Arzt nur wenige Tropfen Blut, teilte am Donnerstag das Kinderkrankenhaus Auf der Bult mit. Es handele sich um die einzige Untersuchung für Säuglinge, die das Immunsystem frühzeitig trainiere um den Ausbruch der Krankheit möglicherweise zu verhindern, sagt Kliniksprecher Björn-Oliver Bönsch.

Die Studie wird vom Institut für Diabetes-Forschung des Helmholtz Zentrums München koordiniert, die Tests werden auch in Bayern und Sachsen angeboten. Bundesweit leben bis zu 24.000 Kinder mit Typ-1-Diabetes. Die Häufigkeit der Neuerkrankungen steigt jährlich zwischen drei und fünf Prozent, wofür es noch keine fundierte Erklärung gibt. Der Anstieg könnte mit Änderungen des Lebensstils und der Ernährungsgewohnheiten zu tun haben. Die häufigste Stoffwechselerkrankung im Kindes- und Jugendalter basiert auf einer genetischen Veranlagung, wird aber durch Umweltfaktoren beeinflusst.

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Die Krankheit bleibt oft viele Jahre unerkannt, bis sie sich in Extremfällen schlagartig in lebensbedrohlichen Zuständen etwa gepaart mit Bewusstlosigkeit äußern kann. Betroffene müssen sich lebenslang Insulin spritzen. An diesem Wochenende kommen in Hannover etwa 250 Experten für Kinderdiabetologie zu einem Kongress zusammen, auf dem die Ergebnisse diverser Studien diskutiert werden.

Bei der Freder1k-Studie sollen europaweit 300.000 Säuglinge beim regulären Neugeborenen-Screening oder einer der ersten Vorsorgeuntersuchung auf ein erhöhtes Diabetes-Risiko getestet werden. Etwa 10 von 1000 Kindern haben Experten zufolge Risikogene. Ihren Eltern wird die Teilnahme an einer Präventionsstudie angeboten.

Die Babys bekommen dann Insulinpulver mit der Nahrung, um das Immunsystem zu trainieren und einen Ausbruch der Krankheit zu verhindern. „Der Körper setzt sich dann mit dem Insulin auseinander und fängt nicht an, gegen diese Bestandteile zu kämpfen“, erläuterte die Diabetologin Olga Kordonouri von Kinderkrankenhaus auf der Bult. Das Verfahren lasse sich mit der Hyposensibilisierung bei Allergien vergleichen. Seit einem Jahr läuft in Niedersachsen bereits eine andere Studie, bei der ein Diabetes-Früherkennungstest für Zwei- bis Sechsjährige angeboten wird.

Eine dritte Studie, über die in Hannover am Wochenende diskutiert werden soll, ist bereit abgeschlossen. Dabei wurde geprüft, ob eine frühe Auseinandersetzung des Körpers mit komplexen Fremdproteinen das Diabetes-Risiko erhöht. Die Auswertung in 15 Ländern ergab, dass das Weglassen von Kuhmilchproteinen in den ersten Lebensmonaten nicht zu einer Verringerung des Auftretens von Typ-1-Diabetes führte. An der seit über zehn Jahren laufenden Studie nahmen fast 2200 Kinder mit erhöhtem Diabetes-Risiko teil. 

Von Mathias Klein (mit dpa)