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Aus der Stadt Konrad Hinsemann gestorben
Hannover Aus der Stadt Konrad Hinsemann gestorben
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00:22 13.04.2015
Von Stefanie Kaune
Ein Menschenfreund: Konrad Hinsemann, Seniorchef des Wurst-Basars.
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Hannover

Wer auf Konrad Hinsemann traf, wurde zuverlässig mit einem ebenso herzlichen wie kräftigen Händedruck begrüßt. Schließlich hatte er ja auch einen Beruf gelernt, in dem man zupacken muss: Hinsemann, Seniorchef des einst in Linden gegründeten und heute weit über die Grenzen der Region hinaus bekannten Familienunternehmens Wurst-Basar, hat sich als Fleischer ausbilden lassen. Genauso wie sein Vater, der 1937 das Unternehmen ins Leben gerufen hatte und ebenfalls Konrad mit Vornamen hieß.

Jetzt ist Konrad Hinsemann im Alter von 75 Jahren gestorben. Auf seine zupackende und herzliche Art hat er aus der Fleischereifirma, die er 1968 von seinem Vater übernommen und seit 1998 zusammen mit seiner Tochter Susanne geführt hatte, ein Unternehmen gemacht, dessen Namen wohl die meisten in Hannover und Umgebung kennen dürften. 530 Mitarbeiter und 55 Filialen gehören mittlerweile zum Wurst-Basar, Niederlassungen gibt es auch in Wolfsburg, Braunschweig oder Hildesheim. Unternehmenssitz und Produktionsstätten befinden sich seit Mitte der Neunzigerjahre in Ronnenberg-Empelde.

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Das so vielen Hannoveranern vertraute Firmenlogo in leuchtendem Orange und Grün mit dem stilisierten Giebel eines Niedersachsenhauses drückt ganz gut aus, wie Hinsemann sein Geschäft verstand - bodenständig und traditionsbewusst, aber auch offen für Neues. Vaters Fleischereibetrieb, der nach dem Auftakt im Lindener Kötnerholzweg auch Standorte in der Limmerstraße und der Liebigstraße hatte, wurde vom Sohn 1968 durch die Übernahme eines Branchenkonkurrenten kraftvoll vergrößert. Hinsemanns Zwiebelmett und Würste wurden fortan in der Gretchenstraße produziert. Der Sohn war es auch, der dem Unternehmen 1976 schließlich ein Filialvertriebskonzept verpasste, das in vielen Niederlassungen neben der klassischen Wursttheke auch Imbisstische umfasst.

Den Fleischerberuf zu kultivieren und an die modernen Anforderungen der Zeit anzupassen, verstand Hinsemann, der eben diesen Beruf liebte, als sein Lebenswerk. Dazu passte, dass Ende der Neunzigerjahre seine Tochter Susanne als Geschäftsführerin mit einstieg und in Zusammenarbeit mit ihrem Vater das Unternehmen immer weiter auf modernem Kurs hielt.

Hinsemann war sich dabei durchaus bewusst, dass in Zeiten, in denen die Vegetarier und Veganer immer weiter auf dem Vormarsch sind, das Geschäft mit dem Fleischverkauf nicht überall das beste Image hat. Und er verstand es auch, das witzig und selbstironisch auszudrücken, wie er überhaupt ein kommunikativer Mensch und guter Unterhalter war. Die Suche nach Auszubildenden werde nicht einfacher, klagte er manches Mal. Doch das Unternehmen Wurst-Basar bemühte sich dann eben umso mehr um ein gutes Verhältnis zu seinen Mitarbeitern. Und zu klagen war ohnehin nicht Konrad Hinsemanns Sache. Zupacken - und das auf herzliche Art: Das konnte er am besten.

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