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Aus der Stadt Jüdische Musik erinnert an Auschwitz-Befreiung
Hannover Aus der Stadt Jüdische Musik erinnert an Auschwitz-Befreiung
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22:44 25.01.2015
Von Bernd Haase
Foto: Stärkung durch Musik: Das Gedenkkonzert in der Marktkirche.
Stärkung durch Musik: Das Gedenkkonzert in der Marktkirche. Quelle: Heusel
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Hannover

„Der Kopf gerät ins Nachdenken, die Seele durch die Musik ins Schwingen“, sagte Propst Martin Tenge, Regionaldechant der katholischen Kirche in der Region Hannover. Damit traf er die Stimmungslage in der Marktkirche beim Konzert zum am Dienstag anstehenden Gedenktag zur Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz gut. Sie jährt sich zum 70. Mal.

Schon anderthalb Stunden vor dem offiziellen Konzert für die Opfer des Nationalsozialismus waren die Bankreihen in der Marktkirche gut gefüllt. Der Europäische Synagogalchor unter der Leitung von Andor Iszák und mit Alexander Ivanov an der Orgel hatte da gerade noch ein letztes Mal geprobt. Dabei füllten die Stimmen des Chores und des Solisten Benjamin Z. Maissner Hannovers größtes Gotteshaus beeindruckend aus. Maissner, langjähriger Kantor und Musikdirektor der ältesten Synagoge Kanadas, war als Solist schon in weltberühmten Häusern wie dem Mann Auditorium in Tel Aviv oder der New Yorker Carnegie Hall zu hören. Auch in Hannover gastierte er bereits mehrfach, unter anderem sang er vor 3500 Zuschauern im Kuppelsaal.

Kantor Maissner und der Synagogalchor konzertierten, christliche Prediger sprachen Grußworte und Gebete. „Auschwitz ist ein Wort, das einem die Sprache verschlägt, aber über das man reden muss“, sagte Landesbischof Ralf Meister. Im Angesicht des Völkermordes bewiesene Glaubenstreue und Lebenswille des jüdischen Volkes blieben gegenwärtig.

Eine Auschwitz-Gedenkveranstaltung kann dieser Tage nicht ohne Anmerkungen zum aktuellen Geschehen rund um die Pegida-Demonstrationen auskommen. Der stellvertretende Stadtsuperintendent Thomas Höflich sprach von „unsäglichen Veranstaltungen der Fremdenfeindlichkeit“. Dem von Pegida-Anhängern gern geäußerten Satz, „man werde ja wohl noch sagen dürfen, dass …“ hielt Höflich entgegen: „Nein, man darf nicht alles sagen.“ Auschwitz sei die Frucht böser Worte und Gedanken gewesen. Die Musik der Synagoge möge die Anwesenden stärken.     

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