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Aus der Stadt Konzertkarten und 96-Tickets waren gefälscht
Hannover Aus der Stadt Konzertkarten und 96-Tickets waren gefälscht
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13:02 03.11.2017
Von Michael Zgoll
Sie hatten Glück - und gültige Karten: Besucher des Springsteen-Konzerts 2013 in Hannover.
Sie hatten Glück - und gültige Karten: Besucher des Springsteen-Konzerts 2013 in Hannover. Quelle: Nigel Treblin (Archiv)
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Hannover

Die Käufer bekamen über das Internet-Verkaufsportal Ebay für gutes Geld gefälschte Karten zugeschickt oder warteten vergeblich auf die heiß ersehnte Post. Seit Mittwoch müssen sich vor dem Landgericht Hannover K. (51), D. (39) und L. (30) wegen banden- und gewerbsmäßigen Betrugs und Urkundenfälschung verantworten. Im Rahmen von Verständigungsgesprächen legten sie Geständnisse ab.

Die Verlesung der Anklageschrift, die 355 Fälle auflistet, dauerte rekordverdächtig lange: Staatsanwältin Christina Langspecht und Staatsanwalt Martin Lienau brauchten viereinhalb Stunden, bis sie vor der 12. Großen Strafkammer alle zur Rede stehenden Betrugstaten aufgezählt hatten. Demnach fanden die drei Männer ihre Opfer nicht nur im Raum Hannover, sondern in ganz Deutschland. Verkauft wurden gefälschte Eintrittskarten auch für Freiluftkonzerte wie Rock am Ring, Hurricane oder Wacken, für das Musical „König der Löwen“ oder andere Bundesligaspiele. Meist bestellten die Interessenten je zwei Tickets, zahlten bis zu 650 Euro.

Zehntausende Euro Schaden

Laut Staatsanwaltschaft entwickelten die Betrüger ein ausgeklügeltes System, um ihre Spuren zu verwischen. Die Tickets wurden von Profis in China gefälscht, allerdings druckten diese bereits vergebene Barcodes auf - was dann spätestens bei der Kartenkontrolle auffiel. Außerdem sollen K., D. und L. Strohmänner aus Polen und Rumänien nach Deutschland gelockt und ihnen hier Arbeitsplätze versprochen haben. Dazu müssten sie hier Wohnsitz und Gewerbe anmelden sowie ein Bankkonto eröffnen, erklärten ihnen die Betrüger - 15 Konten waren es schließlich.

Die dazugehörigen EC-Karten ließen sich die Drahtzieher aber an eigene Scheinadressen schicken. Dann richteten die drei Männer Ebay-Konten ein, täuschten gute Bewertungen vor und boten die Tickets an. Die Strohmänner mussten bald feststellen, dass es mit den versprochenen Arbeitsplätzen nichts wurde, und kehrten unverrichteter Dinge in ihre Heimatländer zurück. Derweil kassierten die Betrüger kräftig ab: Der Schaden soll bei 61.500 Euro liegen.

D. hat die Hälfte des Schadens wiedergutgemacht, laut dem Deal kann er nun mit einer bis zu vierjährigen Haftstrafe rechnen. Sebastian-Jan L. darf auf eine bewährungsfähige Strafe unter zwei Jahren hoffen. Rädelsführer Olaf K. muss noch seine Hälfte des Schadens begleichen, dann käme er mit bis zu vier Jahren und drei Monaten Haft davon.

Michael Zgoll 12.10.2016
14.10.2016