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Aus der Stadt Krach um Drogen und Geld beim DRK
Hannover Aus der Stadt Krach um Drogen und Geld beim DRK
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21:58 30.11.2011
Von Mathias Klein
Helfer des Deutschen Roten Kreuzes bei einer Rettungsübung. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Vor rund zwei Monaten wurde Wilfried Lindwedel zum neuen Vorsitzenden des Ortsverbandes gewählt. Als langjähriges DRK-Mitglied war er gefragt worden, ob er sich für den Posten zur Verfügung stellen würde. Mittlerweile fühlt sich Lindwedel mit seinen anderen Vorstandskollegen vom DRK getäuscht. Denn nach der Wahl sah sich Lindwedel mit schlimmen Gerüchten konfrontiert.

So soll ein früheres Vorstandsmitglied des Ortsvereins in der inzwischen geschlossenen Lebensmittelausgabe des DRK in der Rampenstraße mit Drogen gehandelt haben. Ganz in der Nähe der Essenausgabe auf dem DRK-Gelände sollen Fixer sich Spritzen mit diesen Drogen gesetzt haben. Mehrere Zeugen aus dem Umfeld des DRK bestätigen gegenüber der HAZ die Recherchen des neuen Vorsitzenden. „Das Kokain habe ich selbst gesehen“, sagt ein Zeuge. Außerdem seien plötzlich in der Suppenküche viele Drogenabhängige aufgetaucht. „Die kamen, waren kurz im Büro und sind dann wieder verschwunden“, sagt er.

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Von Zeugen aus dem DRK-Umfeld wird auch der Vorwurf des Spendenmissbrauchs bestätigt. Ein Vorstandsmitglied soll Geld kassiert haben, das als Spende eingegangen war, ohne aber anschließend Spendenquittungen herauszugeben. „Das hat er sich einfach in die Hosentasche gesteckt“, sagt ein Zeuge. Der neue Vorstand bemüht sich seit einiger Zeit, all die zwielichtigen Vorgänge aufzuklären. Nach Angaben von Lindwedel haben sich die Gerüchte bestätigt. Ein Vorstandsprotokoll zu dem Thema liegt der HAZ vor.

Die Vorgänge sorgen intern für große Irritationen. „Wir können hier keine vernünftige Arbeit für unsere 1480 Mitglieder mehr machen“, sagt Lindwedel. Der DRK-Regionsverband habe ihm den Geldhahn zugedreht. „Das liegt wohl daran, dass ich so viel nachfrage.“ Der Vorstand des DRK-Regionsverbandes, Thomas Dettmer, bestätigt, dass er sich im Gespräch mit dem Vorstand des Ortsverbands befinde. „Ich glaube, da ist ganz viel in die Hose gegangen“, sagt er. Vom neuen DRK-Ortsvereinsvorsitzenden habe er bislang nur Gutes gehört. „Der ist bei uns schon lange als Ehrenamtlicher unterwegs“, sagt Dettmer.

Lindhorst wiederum fragt sich, in was er da hineingeraten sei. So habe er festgestellt, dass es schon bei seiner Wahl zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei. Bei der Versammlung des Ortsvereins hätten Personen abgestimmt, die weder Mitglied im Ortsverein West, der unter anderem für die Stadtteile Linden, Limmer und Badenstedt zuständig ist, noch überhaupt Mitglied beim DRK seien.

Tobias Morchner 30.11.2011
30.11.2011
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