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Aus der Stadt Krankenschwestern auf der Bult streiken erstmals seit 150 Jahren
Hannover Aus der Stadt Krankenschwestern auf der Bult streiken erstmals seit 150 Jahren
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19:03 12.02.2013
Die Krankenschwestern der Bult haben am Dienstag für faire Löhne gestreikt. Quelle: Akbaba
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Hannover

Während die Hälfte der Tagesschichtbelegschaft streikte, blieb die Versorgung der Kinder durch eine Notbesetzung auf jeder Station gewährleistet. Das medizinische Personal des Kinderkrankenhauses forderte eine faire Lohnnachzahlung.

Laut Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVÖD) bekommt das nichtärztliche Personal im Krankenhaus schon seit März vergangenen Jahres 3,4 Prozent mehr Lohn. Das gilt aber nicht für die Angestellten der Kinderheilanstalt, für sie gilt die Lohnerhöhung erst ab Januar 2013. Als Ausgleich für das Jahr 2012 soll es eine Einmalzahlung in Höhe von 150 Euro geben. „Das ist viel zu wenig“, sagt der Betriebsratsvorsitzende André Krampe. Er kritisiert außerdem, dass der neue Haustarifvertrag bis Januar 2015 gelten soll. „Der TVÖD wird schon im März 2014 neu verhandelt, damit hinken wir wieder zehn Monate hinterher“, so der Arbeitnehmervertreter.

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Die Krankenhausleitung sieht aber keinen finanziellen Spielraum für ein neues Angebot. „Die Lohnkosten des Krankenhauses werden nicht ausreichend refinanziert“, sagt Vorstand Thomas Beushausen. Für das Jahr 2012 hätten die Krankenkassen einen Zuschuss in Höhe von 120.000 Euro für Lohnerhöhungen gezahlt. „Das fließt eins zu eins in die Einmahlzahlung von 150 Euro, mehr ist nicht drin“, so Beushausen.

Rund 200 Krankenschwestern protestierten am Donnerstag vor dem Kinder- und Jugendkrankenhaus Auf der Bult. Sie fordern, dass die ihnen zustehende tarifliche Lohnerhöhung von 3,5% endlich umgesetzt wird.

Die Beschäftigten der Kinderheilanstalt fühlen sich dennoch ungerecht behandelt. „Wir haben immer mehr Arbeit und verdienen ja sowieso schon nicht üppig“, sagt Krankenpfleger Nils Sieberns. „Da sollten wir zumindest soviel bekommen wie die Kollegen.“ Außerdem würde die schlechtere Bezahlung Nachwuchskräfte abschrecken. „Wir müssen attraktiv bleiben, sonst bekommen wir bald kein gutes Personal mehr“, sagt Krankenschwester Anette Pütter.

Wenn die Krankenhausleitung kein neues Angebot vorlege, werde weiter gestreikt, kündigt Betriebsrat Krampe an. Doch Vorstand Beushausen appelliert an die Politik: „Der Konflikt ist auf betrieblicher Ebene nicht mehr zu lösen.“

von Anne Grüneberg

Bernd Haase 14.02.2013
Conrad von Meding 11.02.2013
Michael Zgoll 14.02.2013