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Aus der Stadt Kredit mit falschen Gehaltsabrechnungen ergaunert
Hannover Aus der Stadt Kredit mit falschen Gehaltsabrechnungen ergaunert
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20:00 15.07.2018
Roozbeh P. und Farah G. fälschten Unterlagen für die Bank. Die Angeklagte wurde von Anwalt Marco Jutsch verteidigt. Quelle: Michael Zgoll
Hannover

Ein Paar, nach eigenen Angaben kurz vor der Verlobung stehend, ist vom Amtsgericht Hannover wegen Urkundenfälschung zu Geldstrafen verurteilt worden. Roozbeh P. (37) und Farah G. (40) hatten sich mittels gefälschter Gehaltsabrechnungen und Kontoauszüge bei einer Bank in der List einen Privatkredit in Höhe von 41 400 Euro erschwindelt. Doch die Sache flog schnell auf, so dass eine Überweisung von 20 000 Euro an eine Sparkasse noch großteils rückabgewickelt werden konnte. Was bleibt, ist ein Schaden von 22 800 Euro, den die Frau nun in monatlichen Raten à 350 Euro zurückzahlt. Richter Lars Römermann verurteilte den Angeklagten P. zu einer Geldstrafe von 120 Tagessätzen à 10 Euro, Farah G. muss 60 Tagessätze à 70 Euro zahlen.

Mehrmals straffällig

Einiges an diesem Fall mutet merkwürdig an. Den Angeklagten, nach eigenem Bekunden früher Pilot bei Air Berlin und später Eigner einer privaten Charterflugfirma, warf vor knapp zehn Jahren eine Erkrankung aus der Bahn. Danach wurde Roozbeh P. mehrmals straffällig und unter anderem dreimal wegen Betrugs verurteilt; derzeit ist er arbeitslos und Hartz-IV-Empfänger. Seine künftige Lebensgefährtin hatte zum Zeitpunkt des Kreditschwindels im August 2017 einige Einkünfte: eine Frührente, Kinder- und Unterhaltsgeld sowie das Gehalt aus einer Teilzeitbeschäftigung als Dolmetscherin im Staatsdienst. Möglicherweise hätte die 40-Jährige, bislang nicht vorbestrafte Frau auch auf ganz legalem Wege einen Kredit bekommen.

Freundin eher Mitläuferin

Doch laut ihrem Verteidiger Marco Jutsch beschwatzte P. seine Freundin, sich zum Begleichen „leichter Schulden“ und für Anschaffungen für den geplanten gemeinsamen Hausstand einen Kredit zu erschwindeln. „Da Sie aber eine monatliche Abzahlung von 716 Euro vereinbart hatten und diese auch hätten zurückzahlen können“, sagte Richter Römermann zu der Angeklagten, „kann man Zweifel haben, dass Sie wirklich betrügen wollten.“ Deshalb wurde das Paar nur wegen Urkundenfälschung verurteilt.

Roozbeh P. erklärte, er habe die Gehaltsabrechnungen eines VW-Personaldienstleisters und die damit korrespondierenden Kontoauszüge nicht persönlich nachgestellt. Derartige Dokumentenfälscher könne man ohne Probleme im Internet finden.

Und tatsächlich sei seine künftige Verlobte beim Ergaunern des Kredits eher Mitläuferin als gleichberechtigte Mittäterin gewesen: „Ich habe sie in die Misere hineingezogen.“ Möglicherweise hat die Verurteilung für die 40-Jährige nun auch noch an anderer Stelle erhebliche Auswirkungen: Ob sie ihren Job im Staatsdienst behalten wird, ist fraglich.

Von Michael Zgoll

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