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Aus der Stadt Krokodile in Herrenhausen
Hannover Aus der Stadt Krokodile in Herrenhausen
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12:09 11.02.2012
Von Juliane Kaune
Ab März sind im „Sealife“-Aquarium in Herrenhausen zwei Kuba-Krokodile zu Hause.
Ab März sind im „Sealife“-Aquarium in Herrenhausen zwei Kuba-Krokodile zu Hause. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Herrenhausen

Direkt von der karibischen Insel kommen sie allerdings nicht. Die beiden Weibchen, die das „Sealife“ bestellt hat, wurden im Krokodil Zoo im dänischen Eskilstrup gezüchtet. Dort ist die weltweit größte Sammlung dieser Raubtiere zu finden, von denen 23 Arten bekannt sind. Die Spezies, die nach Herrenhausen umsiedelt, gilt als besonders gefährlich. „Nur noch die australischen Salzwasserkrokodile sind aggressiver“, sagt Meeresbiologe Alonso Garcia, der die Aquaristik im „Sealife“ leitet.

Angst bräuchten die Besucher vor den Tieren nicht zu haben, versichert der Experte. Das neue Bassin, das derzeit für den Zuwachs gebaut wird, sei aus Spezialglas und rundum sicher. 60 Quadratmeter misst die Grundfläche, zwei Meter hoch und 1,20 Meter tief wird das von allen Seiten einsehbare Schaugehege sein, in dem sich die Krokodile tummeln werden. Alles in Abstimmung mit dem Tierschutz, sagt Garcia. Der Clou ist eine begehbare Glasbrücke, unter der die Tiere unter den Füßen der Besucher hinweg schwimmen. Mehr als eine halbe Million Euro investiert das „Sealife“ für seine neuen Bewohner.

Bei ihrer Ankunft sind die Weibchen etwa 1,60 Meter lang – auf stattliche 2,80 Meter werden sie noch anwachsen. Appetit haben sie ohnehin: Durchschnittlich ein Kilogramm Fleisch vertilgen sie pro Tag. Garcia hat schon ein artgerechtes Menü zusammengestellt: „Wir werden Süßwasserfische und Geflügel verfüttern.“ Anders als in der Natur sind die Futtertiere aber nicht mehr lebendig. Damit der Meeresbiologe und seine Kollegen nicht unfreiwillig in den Speiseplan aufgenommen werden, gibt es Luken, durch die die Nahrung im Bassin landet. In direkten Kontakt mit den Krokodilen kommen die Tierpfleger nicht. Nur ein Mal im Jahr werden die Reptilien für einen Gesundheitscheck von Spezialkräften eingefangen.

Auch für den Transport gelten strenge Sicherheitsvorkehrungen. Die Krokodile schlüpfen in zwei Metallrohre, die vorne und hinten verschlossen werden. „Sie mögen es dunkel“, sagt Garcia. In ihren natürlichen Lebensräumen in den Sumpfgebieten Kubas suchten sie häufig in Höhlen Unterschlupf. An ihrem neuen Bestimmungsort werden die Röhren so geöffnet, dass die Tiere direkt ins Wasser gleiten. „Und danach“, sagt Garcia mit einem Schmunzeln, „suchen wir ganz schnell das Weite.“

Vivien-Marie Drews 11.02.2012
12.02.2012
Vivien-Marie Drews 11.02.2012