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Aus der Stadt „Krümelmonster" fordert Einhaltung des Spendenangebots
Hannover Aus der Stadt „Krümelmonster" fordert Einhaltung des Spendenangebots
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20:53 07.02.2013
Von Tobias Morchner
Neues Schreiben vom „Krümelmonster": Der Keks-Dieb hat ein Beweisfoto mitgeschickt. Quelle: Rainer Surrey
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Hannover

Der Keksklau vom Bahlsen-Firmensitz ist von langer Hand geplant worden. Das belegt ein Foto, das mit einem dritten Bekennerschreiben am Donnerstag in der Redaktion der HAZ eingegangen ist. Das Bild zeigt eine Nachtaufnahme der Konzernzentrale in der List – bei Schneegestöber. Vor dem Gebäude tanzt eine Person im Krümelmonster-Kostüm direkt unter den beiden Brezelmännern herum, die noch den vergoldeten Leibniz-Keks in den Händen tragen. Das Foto muss also unmittelbar vor dem Diebstahl entstanden sein.

Neben dem Foto liegt dem Schreiben ein erneuter Brief bei. „Der Keks ist wieder zurück und der ,Werni‘ freut sich ganz dolle. Aber denke dran: Nicht die ohne Schokolade“, heißt es darin. Der Verfasser erinnert also noch einmal an seine Forderung aus dem ersten Schreiben, in dem er Kekse für die Patienten im Kinderkrankenhaus auf der Bult gefordert hatte: „Aber die mit Vollmilch, nicht die mit schwarzer Schokolade.“ Mit „Werni“ ist erneut Konzernchef Werner Michael Bahlsen gemeint.

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Die Sätze bestehen, wie bei den ersten beiden Schreiben, aus Buchstaben, die zuvor aus Zeitungen ausgeschnitten wurden. Doch anders als bei den anderen Texten hat der Absender die Zeilen nicht noch einmal kopiert und anschließend nur den vervielfältigten Teil in die Post gegeben. Das aktuelle Schreiben enthält den Originalbrief.

Das "Krümelmonster" stahl im Januar 2013 den Keks vom Bahlsen-Stammhaus. Die ganze Affäre zum Nachlesen.

Die Polizei wollte den Eingang des neuen Schreibens nicht kommentieren. Der Brief werde ausgewertet und kriminaltechnisch untersucht. Die weiteren Ermittlungen in diesem Fall dauerten an, teilte die Behörde mit. Die Spurensuche an den ersten beiden Bekennerschreiben dauert nach Auskunft der Polizeidirektion noch an. Eine Spur zu den Dieben im Krümelmonster-Kostüm gibt es nicht.

Das Unternehmen Bahlsen beharrt weiterhin auf seiner Forderung, sich erst selbst von der Echtheit des zurückgegebenen Kekses überzeugen zu wollen, bevor das Versprechen, 52.000 Packungen Leibniz-Kekse an 52 verschiedene Einrichtungen zu verschenken, erfüllt wird. „Bislang hat uns die Polizei diese Möglichkeit noch nicht gegeben“, sagt eine Konzernsprecherin. So wird es voraussichtlich noch dauern, bis der Fall seinen endgültigen Abschluss findet. Denn für ihre Analysen haben die Experten der Polizei mehrere Wochen veranschlagt.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.

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