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Aus der Stadt Künftig weniger Fachärzte im Notdienst
Hannover Aus der Stadt Künftig weniger Fachärzte im Notdienst
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20:57 23.11.2014
Von Veronika Thomas
Foto: „Die Fachärzte werden zu selten in Anspruch genommen. Es lohnt sich nicht mehr, diese Bereitschaftsdienste aufrechtzuerhalten“, sagt Bernhard Specker, Geschäftsführer der KVN, Bezirk Hannover.
„Die Fachärzte werden zu selten in Anspruch genommen. Es lohnt sich nicht mehr, diese Bereitschaftsdienste aufrechtzuerhalten“, sagt Bernhard Specker, Geschäftsführer der KVN, Bezirk Hannover. Quelle: Symbolbild
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„Die Fachärzte werden zu selten in Anspruch genommen. Es lohnt sich nicht mehr, diese Bereitschaftsdienste aufrechtzuerhalten“, sagt Bernhard Specker, Geschäftsführer der KVN, Bezirk Hannover. Wegfallen sollen die fachärztlichen Hintergrunddienste der Fachrichtungen Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Chirurgie und Orthopädie und Nervenheilkunde. Insbesondere die Streichung des psychiatrischen Bereitschaftsdienstes bereitet Insidern jedoch Kopfzerbrechen.

Sie befürchten, dass die Zahl der Zwangseinweisungen steigen könnte, weil kein Neurologe und Psychiater Patienten nachts und an Wochenenden mehr begutachten würde - insbesondere geht es um jene, die von der Polizei aufgegriffen werden. „Die Zahl der nervenärztlichen Patienten ist mit durchschnittlich 0,6 pro Schicht sehr gering“, argumentiert Specker. „Deshalb halten wir den Hintergrunddienst für verzichtbar.“ Außerdem seien Gutachten für Zwangseinweisungen in geschlossene Stationen nie im Leistungskatalog des kassenärztlichen Notdienstes enthalten gewesen.

Nach Speckers Angaben könnten solche Gutachten auch vom Psychiatrischen Krisendienst der Region Hannover oder dem allgemeinärztlichen Bereitschaftsdienst erstellt werden. Geplant sei aber ein Gespräch mit dem Sozialdezernenten der Region Hannover, Erwin Jordan, und der Feuerwehreinsatzzentrale, um sich über die Gesamtsituation auszutauschen. Schwangere müssten in Notfällen die Notfallambulanzen der Krankenhäuser aufsuchen oder sich in lebensbedrohlichen Fällen an den Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 wenden.

Als einzigen Hintergrunddienst will die KVN die Augenheilkunde aufrecht-erhalten. Hier sollen, wie beim kinderärztlichen Bereitschaftsdienst im Kinderkrankenhaus Auf der Bult, niedergelassene Augenärzte in der Augenklinik des Nordstadtkrankenhauses Notfallsprechstunden anbieten - in Kooperation mit der Augenklinik. Von der Regelung unberührt bleibt der zahnärztliche Notdienst, der von der Kassenzahnärztlichen Vereinigung außerhalb der üblichen Sprechstunden organisiert wird.

Erhalten bleiben ebenfalls die von der KVN organisierten Bereitschaftsdienstpraxen in den Kliniken Siloah und Nordstadtkrankenhaus und im Kinderkrankenhaus Auf der Bult sowie der mobile ärztliche Notdienst für Patienten, die nicht in der Lage sind, eine Bereitschaftspraxis aufzusuchen. In der Region bleiben die Notdienstpraxen im Klinikum Lehrte und im Krankenhaus Robert Koch in Gehrden erhalten.

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