Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Sprengel-Chef kritisiert Bewerbung als Kulturhauptstadt
Hannover Aus der Stadt Sprengel-Chef kritisiert Bewerbung als Kulturhauptstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:48 15.03.2018
Der Direktor des Sprengel Museums, Reinhard Spieler (links), und der hannoversche SPD-Vorsitzende Alptekin Kirci.
Der Direktor des Sprengel Museums, Reinhard Spieler (links), und der hannoversche SPD-Vorsitzende Alptekin Kirci. Quelle: Foto: Katrin Kutter
Anzeige
Hannover

 Die bisherigen Bemühungen Hannovers zur Bewerbung als Kulturhauptstadt 2025 hat der Direktor des Sprengel Museums, Reinhard Spieler, getadelt. Spieler nutzte eine Einladung für Montagabend zu einem kleinen Parteitag der hannoverschen SPD über dieses Thema, um auf zahlreiche Fehler im bisherigen Vorgehen hinzuweisen. 

Er bemängelte unter anderem, dass der Bewerbungsprozess bisher fast ausschließlich von Politik und Verwaltung her gedacht wurde. „Das kann nicht ausreichen“, betonte er in seiner Rede. Es müsse jetzt um Inhalte gehen. Schon vor einem Jahr hätte sich die Stadt um kreative Köpfe bemühen müssen, „dazu braucht es prominente Namen“, sagte er. 

Außerdem müsse das Bewerbungsbüro möglichst unabhängig von Politik und Verwaltung sein, damit dort auch kreativ gearbeitet werden könne, sagte Spieler. Es seien auch weitere prominente Namen nötig, die die Vorteile und Besonderheiten Hannovers auf internationaler Bühne hervorheben könnten. 

Spieler ging auch auf das geplante Motto „Nachbarschaft“ für die Kulturhauptstadt ein. „Schade, dass das Motto aus der Politik gekommen ist“, meinte er. Eigentlich müsste solch ein Motto aus den Inhalten herausgearbeitet werden. „Nachbarschaft klinge „statisch und bieder“. Wenn es dabeibleibe, müsse es zumindest „neue Nachbarschaft“ heißen. 

Spieler kritisierte auch den Umgang der Stadtverwaltung mit Kulturorganisationen. Der Geschäftsführer des Sprengel Museums ist ins Kulturhauptstadtbüro abgezogen worden. Wenn eine Stadt Kulturhauptstadt werden wolle, müssten die Kulturinstitutionen gestärkt werden, meinte er. 

Hannover müsse auch darüber nachdenke, welches Image es haben wolle. Derzeit würden Besucher am Bahnhof und am Flughafen in der „Messestadt“ empfangen. Die Kultur müsse in der Stadt allgemein eine größere Wertschätzung erfahren. Spieler fehlt beispielsweise ein Wegweiser zu Kultureinrichtungen am Hauptbahnhof oder eine Buslinie, die die Herrenhäuser Gärten mit den Museen in der Stadt verbindet. Der Direktor des Sprengel Museums kann sich ein großes Kulturareal zwischen dem Museum August Kestner und dem NDR-Funkhaus vorstellen, das möglichst vom Individualverkehr befreit werden könnte. 

Oberbürgermeister Stefan Schostok machte sich bei der SPD-Veranstaltung für eine breite Beteiligung der Bürger an den Ideen für die Kulturhauptstadt stark. Es sei zudem wichtig, dass die Bürger hinter der Idee stünden und nicht die Bewerbung zur Kulturhauptstadt ablehnten. 

Von Mathias Klein

15.03.2018
15.03.2018
15.03.2018