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Aus der Stadt Kulturschub für die Herrenhäuser Gärten
Hannover Aus der Stadt Kulturschub für die Herrenhäuser Gärten
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17:26 26.01.2013
Von Andreas Schinkel
„Herrenhausen hat noch mehr Potenzial“: Auch durch das neue Tagungszentrum. Quelle: Rainer Droese
Hannover

Das Schlossmuseum öffnet seine Türen und gibt mit seinen Ausstellungen Einblicke in die Garten- und Welfengeschichte. Zudem werden die Kunstfestspiele auf breitere Füße gestellt. Mit einer bundesweiten Werbekampagne will die Stadt auf ihre Schätze in Herrenhausen aufmerksam machen und insbesondere das neue Schloss als Tagungsort und Museum herausstellen. „Herrenhausen hat noch mehr Potenzial“, sagt Hans Mönninghoff, der derzeit die Verwaltungsgeschäfte führt.

Der Eröffnungstermin für das Schlossmuseum steht jetzt fest. Am 14. Mai können Besucher erstmalig durch die Ausstellung in den beiden Flügel des Schlosses sowie im unterirdischen Verbindungstrakt wandeln. Etwas später als ursprünglich geplant, denn eigentlich sollten die Türen schon zu Ostern aufgehen. Doch die zweimonatige Verzögerung bei den Schlossbauarbeiten brachte auch das Museum in Verzug.

Fast vier Millionen Euro kostet die Einrichtung des Schlossmuseums. Das Geld teilen sich die Stadt Hannover, das Land Niedersachsen und Sponsoren. Der Eintritt für Erwachsene kostet künftig acht Euro - ein Kombiticket, das zugleich den Zutritt zum Barock- und Berggarten ermöglicht. Noch bis 28. März zahlen Besucher 3,50 Euro für einen Spaziergang durch die verschneiten Rabatten in Barock- und Berggarten.

Das Thema der Eröffnungsausstellung lautet „Schlösser und Gärten. Vom Barock zur Moderne in Herrenhausen“. Ziel sei es, sagt Thomas Schwark, Direktor des Historischen Museums, Fragen zu beantworten, die sich den Besuchern beim Rundgang durch die Gärten stellen. Auch auf den Philosophen Gottfried Wilhelm Leibniz werde man zu sprechen kommen. Ein wahrer Schatz aus dem Werk des Universalgenies wird dann im Schlossmuseum zu sehen sein.

Die von Leibniz erdachte Rechenmaschine, ein Wunderwerk der Mathematik, wandert von seinem angestammten Platz in der Leibniz Bibliothek nach Herrenhausen, jedenfalls vorübergehend. Die Leihgabe überrascht, denn noch im Frühjahr 2012 hatte die Bibliothek, die in Trägerschaft des Landes steht, davon gesprochen, alle Leibniz-Schätze im eigenen Haus behalten zu wollen. „Wir haben jetzt einen großen Umbau in der Bibliothek vor uns und können nicht alles ausstellen“, sagt Bibliotheksleiter Georg Ruppelt. Nicht nur die Rechenmaschine werde man vorübergehend an das Schlossmuseum ausleihen, auch Teile der königlichen Gartenbibliothek und andere kostbare Exponate werden in Herrenhausen zu sehen sein, kündigt Ruppelt an.

Auch die Kunstfestspiele, die bisher durch ein hochwertiges Programm, aber durch eher geringe Besucherzahlen auffielen, sollen einen Schub bekommen. Ab 2014 soll das bisher auf zwei bis drei Wochen begrenzte Programm erweitert werden. Unter der Marke Kunstfestspiele werden den ganz Sommer über Aufführungen stattfinden - zum Beispiel Konzerte aus den Niedersächsischen Musiktagen oder ausgewählte Darbietungen des Tanztheaters International. „Die Marken der Festivals, mit denen wir kooperieren, bleiben selbstverständlich eigenständig“, sagt Intendantin Schweeger. Ziel sei es, Ko-Produktionen zu ermöglichen.

Damit kommt Schweeger dem Wunsch aus Ratspolitik und Stadtverwaltung entgegen, die Festspiele für lokale Künstler zu öffnen und mehr Besucher anzulocken. Denn die Kunstfestspiele haben sich in den drei Jahren ihres Bestehens nicht zu einem Besuchermagneten entwickelt. Zu elitär, zu abgehoben seien die Darbietungen, lautete die Kritik. Zwei Jahre hat Schweeger Zeit, ihrem Festival neuen Schwung zu geben. Bis 2016 erstreckt sich die Verlängerung ihres Vertrags, und wenn alles gut läuft, könnte sie im Einvernehmen mit der Stadt noch ein Jahr draufsatteln. Aber künftig reden mehr Leute mit. Eine Arbeitsgruppe, bestehend unter anderem aus Vertretern der Stadt, der Universität, der VGH-Stiftung und der Volkswagenstiftung, soll mit Schweeger zusammen das Festivalkonzept entwickeln. Aus dieser Gruppe soll ein Beirat entstehen, der sich um die langfristige Planung für die Kultur in Herrenhausen kümmert.

Die Ratspolitik reagierte gestern noch zurückhaltend auf die Pläne. FDP-Fraktionschef Wilfried Engelke traute den Finanzdaten für die Kunstfestspiele nicht. SPD-Ratsherr Alptekin Kirci mahnte, die Gärten dürften nicht zu einem Anhängsel der Kunstfestspiele geraten dürfen. „Die Hauptattraktion sind noch immer die Gärten selbst“.

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