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Aus der Stadt Kulturszene wehrt sich gegen Kämmerer
Hannover Aus der Stadt Kulturszene wehrt sich gegen Kämmerer
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00:22 26.06.2014
Von Andreas Schinkel
Stadtkämmerer Marc Hansmann (SPD). Quelle: Rainer Surrey
Hannover

„Es kann nicht sein, dass in Hannover der Kämmerer Kulturpolitik betreibt“, sagt Wolfgang Schepers, Direktor des Museums August Kestner. Spare man bei den kulturellen Angeboten der Stadt, gehe „ein Stück Lebensqualität“ verloren. Auch Schepers’ Kollege Prof. Thomas Schwark, Direktor des Historischen Museums, ist wenig begeistert. „Wir haben schon mehrere Sparrunden hinter uns. Aktuell steht die Bildung des Verbunds mit dem Museum August Kestner an“, sagt Schwark. Diese Zusammenlegung sei nichts anderes als eine Kürzung.

Tatsächlich soll unter anderem eine Direktorenstelle eingespart werden, Schwark übernimmt für Schepers die Leitung des Kestner-Museums. 150.000 Euro will die Stadt am Ende weniger für ihre Museen ausgeben. „Mit demselben Personal müssen wir ein immer größeres Angebot stemmen“, kritisiert Schwark. In dieser Situation seien die Aussagen des Kämmerers besonders unerfreulich.

Der Kämmerer hatte im Gespräch mit der HAZ angekündigt, die freiwilligen Leistungen der Stadt „auf den Prüfstand zu stellen“. Als Beispiel für solche Ausgaben nannte er die Kulturförderung. Hintergrund ist die kriselnde Finanzsituation der Stadt - die Gewerbesteuereinnahmen brechen ein, ein Defizit von 90 Millionen Euro droht am Ende des Jahres.

Auch bei seinen Genossen im Rat hat Hansmann Kopfschütteln ausgelöst. „Die Aussagen des Kämmerers schaden dem Kulturstandort Hannover“, sagt SPD-Kulturpolitikerin Belgin Zaman. Wenn sich die Stadt aus der Kulturförderung zurückzieht, sei das ein fatales Signal für private Förderer. „Welche Stiftung, welcher Sponsor will sich dann noch engagieren?“, fragt Zaman. Die SPD im Rat werde sich aber weiterhin für Kultur in Hannover einsetzen. „Ich erwarte vom Kämmerer eine größere Zurückhaltung“, sagt Zaman. Politische Entscheidungen treffe noch immer der Rat. Auch Grünen-Fraktionschef Lothar Schlieckau ist irritiert. „Die Einlassungen Hansmanns sind kontraproduktiv“, sagt er. Kulturförderer fühlten sich vor den Kopf gestoßen. „Ich werde das Thema mit Oberbürgermeister Stefan Schostok besprechen“, kündigt Schlieckau an.

Hansmann wehrt sich und setzt noch einen drauf. „Mir geht es darum, alle freiwilligen Leistungen zu überprüfen“, sagt der Kämmerer. Die Ausgaben für Museen, Bibliotheken, Herrenhäuser Gärten und Festivals, rund 55 Millionen Euro, seien nur ein Beispiel. Alle freiwilligen Angebote der Stadt, etwa auch Schwimmbäder, machen rund 166 Millionen Euro aus. „Das sind neun Prozent der Gesamtausgaben der Stadt, eine beachtliche Quote“, sagt Hansmann. Andere Städte seien weniger großzügig. Ihm gehe es nicht darum, Kulturangeboten in Stadtteiltreffs das Wasser abzugraben. Vielmehr will der Kämmerer an größere Brocken heran, etwa die Kunstfestspiele, die er „auf dem Kieker“ habe.

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