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Aus der Stadt Kunde wartet seit Wochen auf Internetanschluss
Hannover Aus der Stadt Kunde wartet seit Wochen auf Internetanschluss
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06:03 10.09.2014
Von Andreas Schinkel
Wie oft der Rentner aus Davenstedt in Warteschleifen und Beratungsgesprächen hing, mag er kaum zusammenzählen.
Wie oft der Rentner aus Davenstedt in Warteschleifen und Beratungsgesprächen hing, mag er kaum zusammenzählen. Quelle: dpa/Archiv
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Ein bisschen hat er sich da selbst hineinmanövriert, das gibt er durchaus zu. „Mit Elektronik habe ich es nicht so“, sagt der 67-jährige ehemalige Ingenieur. Aber auch das Kommunikationsunternehmen ist nicht ganz unschuldig daran, dass die Kommunikation beim Ehepaar Spitzer in Davenstedt nicht mehr läuft, jedenfalls die fernmündliche und die übers Internet. „Im Grunde können wir nichts mehr für Sie tun“, lautete die letzte Nachricht aus dem Telekom-Universum. Und so warten die Spitzers noch immer auf ihren Internetanschluss und ihre Telefonverbindung.

Die Ursache liegt in einem Fehler, der an das klassische Dilemma von Henne und Ei erinnert. Was ist zuerst da? Was setzt das andere voraus? Bei Bernd Spitzer geht es um den logischen Zirkel von Internetzugang und Router, also der Maschine, die den Zugang zum Netz bereitstellt.

Alles begann damit, dass Spitzers Router nicht mehr funktionierte und ein neues Gerät her musste. Spitzer hatte jedoch nicht mit den Tücken der modernen Technik gerechnet. Einstöpseln in den Computer, Verbinden mit Steckdose und Telefonbuchse waren nicht genug, um das Tor zum weltweiten Netz aufzustoßen. „Mit war nicht klar, dass der Router erst konfiguriert und auf meinen Rechner eingestellt werden musste“, räumt Spitzer ein.

Dazu bedarf es sogenannter Zugangsdaten, die der Netzanbieter, die Telekom, liefert. „Kein Problem“, versicherten ihm die Kundenberater, man werde ihm die Daten für den neuen Router sofort zuschicken - per E-Mail. Und hier liegt der Kardinalfehler: Zugangscodes fürs Internet können schwerlich über das Internet (per Mail) verschickt werden, wenn der Adressat noch keine Verbindung zum Netz hat.

„Das wurde mir klar, als ich zu Hause war. Hätte aber auch den Telekom-Leuten auffallen müssen“, meint Spitzer. Also wieder hin zum Telekom-Laden, erneut weitreichende Erklärungen. „Ich hatte jedes Mal mit einem anderen Mitarbeiter zu tun. Die waren zwar immer sehr freundlich, aber ich musste alles neu schildern“, sagt Spitzer. Man versprach ihm, die Zugangsdaten per Post zu schicken. „Doch bis heute habe ich kein Schreiben von der Telekom bekommen, trotz mehrmaliger Mahnung“, sagt Spitzer. Eine Ausnahme habe es gegeben: Neulich wünschte ihm der Kommunikationskonzern in einem freundlichen Brief „viel Spaß mit dem neuen Router“.

Wie viel Zeit der Rentner in Warteschleifen und Beratungsgesprächen verbracht hat, mag er kaum zusammenzählen. Immerhin war die Telekom bereit, seine gezahlten Beträge für die vertraglich vereinbarte Internetnutzung zu erstatten.

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