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Aus der Stadt Kunden der Stadtwerke fühlen sich abgezockt
Hannover Aus der Stadt Kunden der Stadtwerke fühlen sich abgezockt
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20:59 24.11.2011
Hannoveraner, die ihre Wohnung mit Wärmepumpen beheizen, müssen mit erheblichen Mehrkosten rechnen, wenn die Stadtwerke ihre Stromtarife im Dezember erhöhen. Quelle: dpa
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Hannover

 Tatsächlich heben die Stadtwerke vor allem den Tagestarif kräftig an – von rund 16 Cent pro Kilowattstunde auf rund 21 Cent. Da Wärmepumpen Tag und Nacht Strom verbrauchen, verteuert sich diese Heizart nach Angaben der Stadtwerke um durchschnittlich 13 Prozent.

Elektrische Wärmepumpen arbeiten effizient und gelten in gut gedämmten Einfamilienhäusern als umweltfreundliche Heizart. Sie funktionieren wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt: Wärmepumpen entziehen der Luft, dem Erdreich oder dem Grundwasser Wärme und leiten diese an das Heizungswasser und das Warmwassersystem weiter. „Sie sind aber viel zu kostspielig, um etwa Altbauwohnungen zu beheizen“, sagt Carlo Kallen, Sprecher der Stadtwerke. In Hannover zähle man nur 400 Wärmepumpen-Kunden.

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Dennoch ist dem Aufsichtsratschef der Stadtwerke, Walter Meinhold, nicht wohl dabei, dass sich in Hannover ausgerechnet eine umweltfreundliche Heizart verteuert. „Ich kann den Wärmepumpen-Kunden nur raten, noch einmal mit den Stadtwerken zu sprechen“, sagt er. Vielleicht lasse sich im Einzelfall ein günstigerer Gesamttarif finden.

Die CDU hatte in der jüngsten Ratssitzung gefordert, den Eigentümern von Wärmepumpen einen Zuschuss zu gewähren, etwa aus dem Proklima-Fonds, um den Kostenanstieg auszugleichen. „Selbst die Umweltschützer vom BUND empfehlen Wärmepumpen für Niedrigenergiehäuser“, argumentiert CDU-Wirtschaftsexperte Jens-Michael Emmelmann. Daher sei es widersprüchlich, dass eine rot-grün geführte Stadt einen solchen Preisanstieg zulasse.

Andreas Schinkel