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Aus der Stadt Kunden fahren auf die S-Bahn ab
Hannover Aus der Stadt Kunden fahren auf die S-Bahn ab
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20:14 25.03.2009
Von Bernd Haase
Schneidet im bundesweiten Vergleich gut ab: Die S-Bahn in der Region Hannover. Quelle: Franz Fender
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Gute Noten gab es vor allem für den Fahrplan, die Schnelligkeit der Züge und die Fahrgastinformation. Verbesserungsbedarf herrscht vor allem bei Sicherheit und Sauberkeit. „Das Ergebnis ist uns Lob und Ansporn zugleich“, sagt Manuela Herbort, Vorsitzende der Regionalleitung der Deutschen Bahn.

Der Vergleich basiert auf Kundenbefragungen, die das Marktforschungsinstitut infas im Auftrag der Bahn in der zweiten Jahreshälfte 2008 nach dem Schulnotensystem vorgenommen und ausgewertet hat. Über die hannoversche S-Bahn urteilten acht Prozent der Befragten mit mangelhaft, sieben Prozent mit ausreichend, 29 Prozent mit befriedigend, 46 Prozent mit gut und 16 Prozent mit sehr gut. Kein weiteres Unternehmen erreichte so oft die Note eins.

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Befriedigend oder schlechter fiel die Wertung bei der Sauberkeit aus – gemeint waren hierbei vor allem die Toiletten. Obwohl die Bahn nach 21 Uhr Zugbegleiter einsetzt, halten Kunden auch die Sicherheit im Zug für verbesserungswürdig. Dritthäufigster Kritikpunkt sind die Gepäckräume, die als unzureichend empfunden werden.

„Wir bewegen uns schon auf einem hohen Niveau, wollen aber besser werden“, sagt Ascan Egerer, Leiter des S-Bahn-Betriebs. Die Toiletten würden jetzt häufiger kontrolliert und gereinigt. Geprüft werde, ob vor allem zu späteren Tageszeiten neben den Zugbegleitern weiteres Sicherheitspersonal in den Zügen zum Einsatz kommt. „Außerdem wünschen wir uns eine Videoüberwachung“, erklärt Manuela Herbort.

Damit rennt sie bei der Regionsbehörde offene Türen ein, allerdings hapert es wie so häufig am Geld. Gesichert ist nach Angaben der Region, dass Videoüberwachung in den Zügen von den Bewerbern gefordert wird, wenn das S-Bahn-System zum Jahr 2013 ausgeschrieben wird. Ob die Wagen vorher mit Kameras bestückt werden, liegt in der Hand der Regionspolitiker und könnte sich demnächst entscheiden. „Wir ermitteln derzeit die Kosten und werden das Thema dann in den Verkehrsausschuss bringen“, teilt die Regionsverwaltung mit.

Regionalchefin Herbort zog für die Bahn gestern auch eine Zwischenbilanz der Verbindung nach Hildesheim, die im vergangenen Dezember aufgenommen worden war. Demnach fahren auf der Strecke über den Messebahnhof täglich 6000 Reisende und damit 75 Prozent mehr als noch zu den Zeiten, als die Regionalbahn die Strecke befuhr. Auf der Strecke über Lehrte sind 4100 Fahrgäste gezählt worden, was einer Steigerung von 110 Prozent entspricht. „Vor allem im Schülerverkehr waren die Züge so voll, dass wir zusätzliche Wagen eingesetzt haben“, sagt S-Bahn-Leiter Egerer. Nach Anlaufschwierigkeiten seien jetzt 98 von 100 Zügen pünktlich, was dem Wert im S-Bahn-Gesamtnetz entspreche. Die Fahrgastzahlen dort liegen mittlerweile bei 61 000 pro Tag und haben sich damit seit der Inbetriebnahme vor neun Jahren verdoppelt.