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Aus der Stadt Kunden profitieren vom Streit um Parkhäuser
Hannover Aus der Stadt Kunden profitieren vom Streit um Parkhäuser
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22:26 30.11.2011
Von Conrad von Meding
Das Parkhaus Osterstraße erhält eine Frischekur. Quelle: Simon Peters
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Hannover

Union-Boden-Geschäftsführer Walter Richter macht allerdings keinen Hehl daraus, dass Methode und Ergebnis des Tests ihn verärgert haben. Am Mittwoch trafen sich beide Seiten zum klärenden Gespräch – wirklich ausgeräumt scheinen die Differenzen aber nicht. Wie berichtet, hatte der Test zum Beispiel moniert, dass die Treppenhäuser im Gebäude Osterstraße zu eng seien. „Das ist das größte Treppenhaus aller Parkhäuser in Hannover“, ärgert sich Betreiber Richter. ADAC-Sprecherin Christine Rettig sagt, der Test vergleiche Parkanlagen bundesweit, neu gebaute seien großzügiger mit Platz ausgestattet – was Richter in Zweifel zieht.

Der ADAC-Test hatte auch moniert, dass das Parkhaus Osterstraße keine Sonderparkplätze etwa für Frauen biete. Richter schüttelt darüber den Kopf: „Unseren Befragungen zufolge ist die Osterstraße das bei Frauen beliebteste Parkhaus, weil die Stellplätze schräg angeordnet und übersichtlich sind.“ Rettig verweist darauf, dass der Maßstab die bundesweiten Kriterien seien: „Davon können wir nicht abweichen.“

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Wenn auch über die Bewertung offenbar keine Einigkeit zu erzielen ist, sind sich Union Boden und ADAC in einem Punkt einig: „Das Ziel aller Beteiligten muss eine autofreundliche Innenstadt sein“, sagt Richter. „Autofahrer sollen sich willkommen fühlen“, sagt Rettich. Der Union-Boden-Chef hat sich daher die Kriterien des ADAC im Detail erklären lassen und will jetzt dafür sorgen, dass das 1974 gebaute Parkhaus Osterstraße mit der markanten „Balkonfassade“ im nächsten Jahr das ADAC-Qualitätszertifikat erhält. „Mit unserer Parkgarage an der Oper haben wir das schon geschafft, jetzt ist die Osterstraße an der Reihe“, kündigt Richter an. Vier Aspekte hatte der ADAC in der Osterstraße außer dem Treppenhaus moniert:

  • Beleuchtung: Im Eingangsbereich reichte den Testern das Licht nicht. Entsprechend will die Union Boden jetzt mit modernster LED-Technik eine Vorreiterrolle übernehmen. „Die Technik ist umweltfreundlich, weil sie Strom spart, und damit im Betrieb auch kostengünstig“, erklärt Richter. In Kürze werde der Testbetrieb starten.
  • Parkzonen: Für verschiedene Nutzergruppen sollen Parkzonen angeboten werden. Geplant sind Eltern-Kind-Parken, Behinderten- und Frauenparkplätze.
  • Leitsystem: Dem ADAC reichte die Wegeführung für Fußgänger nicht. Auch diese werde verbessert, verspricht Richter. Wahrscheinlich werde ein neues Farbkonzept etabliert.
  • Schrammräume: Die flachen Betonkanten seitlich der Fahrspur in den Auf- und Abfahrtsspindeln sollen besser sichtbar werden. Ihr Zweck ist es zu verhindern, dass Kotflügel an den Mauern zerkratzt werden„.

Fast alle Punkte sind eigentlich Kleinigkeiten“, bilanziert Richter. „Aber wenn wir alles umgesetzt haben, wollen wir Bestnoten vom ADAC.“

Vivien-Marie Drews 30.11.2011
Mathias Klein 30.11.2011
Tobias Morchner 30.11.2011