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Aus der Stadt Kunstfestspiele im Zeichen der Royals
Hannover Aus der Stadt Kunstfestspiele im Zeichen der Royals
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00:15 24.03.2014
Von Stefan Arndt
Die Herrenhäuser Gärten. Quelle: dpa
Hannover

Für Kulturdezernentin Marlis Drevermann ist die Entwicklung der Kunstfestspiele Herrenhausen eine ganz natürliche Sache: Im fünften Jahr sei das Festspielbaby zum Kind gereift, sagte sie gestern in Herrenhausen: „Und wir wollen es pflegen, bis es mindestens volljährig ist.“ Gründungsintendantin Elisabeth Schweeger hörte diesen Treuschwur bei der Programmvorstellung für die diesjährige Ausgabe – die letzte, die sie als Leiterin verantwortet, bevor sie zum 1. September nach Ludwigsburg wechselt.

Ein wenig hellhörig wird man daher schon, wenn das Festival in diesem Jahr ausgerechnet mit einer Totenmesse startet: Mozarts Requiem wird zur Eröffnung am 6. Juni in einer szenischen Version von Christof Nel und Martina Jochem gezeigt. Das unvollendete Stück wird dabei zu einem neuen Werk des südafrikanischen Komponisten Richard van Schoor in Beziehung gesetzt. Das passt zum Motto der diesjährigen Festspiele: Verhältnisse.

Die fünften Kunstfestspiele in den Herrenhäuser Gärten stehen unter dem Motto „Verhältnisse“. Das erwartet Sie im Sommer.

Diese Überschrift ist im Jahr der Personalunion auch auf die britisch-deutschen Beziehungen gemünzt, die sich in verschiedenen Programmpunkten niederschlagen. Zu Gast sind englische Künstler wie die Zeichner, Puppenspieler und Musiker vom Paper Cinema am 19. Juni, „Le Crocodile Trompeur“, ein Musiktheater nach Henry Purcells „Dido and Aeneas“, wird am 14. Juni gezeigt.

In der Oper „George“ von Elena Kats-Chernin treffen Georg Friedrich Händel und sein zeitweiliger Vorgesetzter Georg  I. noch einmal in der Orangerie aufeinander. Die Uraufführung des Stückes ist am 25. September, also außerhalb der bisherigen Festspielzeit im Sommer. Vor allem die Sponsoren um Sparkasse und Nord/LB haben sich erfolgreich für eine zeitliche Ausdehnung der Kunstfestspiele eingesetzt. Ebenfalls im September (am 19.) wird der südafrikanische Künstler William Kentridge seine Version von Schuberts „Winterreise“ als „Trio für, Sänger, Pianist und Filmprojektor“ präsentieren. Mit von der Partie sind Bariton Matthias Goerne und der Pianist (und designierte Intendant der Salzburger Festspiele) Markus Hinterhäuser. Prominenter Stammgast bei den Kunstfestspielen ist Komponist und Regisseur Heiner Goebbels, der in diesem Jahr am 22. Juni seine „Songs of War“ zeigt, die eigene Musik mit Werken von Claudio Monteverdi und Luciano Berio verbinden. Neben solchen Stars der Kulturszene sind auch viele hannoversche Akteure zu erleben: Stephan Meiers Ensemble S gestaltet am 9. Juni ein Filmkonzert mit Buster Keatons Stummfilm „The General“, 700 Sänger aus den Chören der Stadt vereinen sich am 18. Juni in Wolfgang Mitterers „Labyrinth 14/3“ für ein Raumkonzert im Großen Garten, wo das Staatsorchester am 29. Juni und 1. Juli eine „Begehbare Sinfonie“ aufführen wird. Am 8. Juni präsentiert Pianist Igor Levit einen Schostakowitsch-Abend, am 20. Juni erklingen Werke von hannoverschen Kompositionsstudenten.

Die Eröffnungsrede hält in diesem Jahr der Kulturwissenschaftler Martin Roth, der den Ausstellungsbereich der Expo 2000 geleitet hat und nun Chef des Victoria and Albert Museum in London ist. Diskussionsrunden in Zusammenarbeit mit der Volkswagenstiftung, eine Kinoreihe im KoKi sowie Klanginstallationen und Performances runden das Programm ab, das wieder von der „Akademie der Spiele“ pädagogisch flankiert wird.

Karten gibt es an der Vorverkaufstellen der HAZ, im Künstlerhaus und unter Telefon (0 18 60) 57 00 70.

Interview: „Das passt schon“

Fragen an Elisabeth Schweeger, scheidende 
Leiterin des 
Festivals.

„Verhältnisse“ heißt das Motto der neuen Ausgabe der Kunstfestspiele. Wie sieht es denn mit Ihrem Verhältnis zu Hannover aus?

Das passt schon.

Ist es nicht getrübt?

Nein, Nein. Man kämpft für eine Sache. Man ärgert sich, man freut sich, und am Ende ist man froh, dass etwas Bleibendes da ist.

Sie selber bleiben aber nicht. Sie werden Hannover verlassen, um im September als Direktorin der Akademie für Darstellende Künste in Ludwigsburg anzufangen.

Ach ja. Ich verlasse immer Städte. Ich habe Wien verlassen, ich habe München verlassen, ich habe Frankfurt verlassen. Der Wechsel gehört dazu.

Was hat Ludwigsburg, was Hannover nicht hat?

Darum geht es nicht, es geht um die Sache. Ich werde dort eine Akademie leiten, das ist sehr spannend. Dort werden neue Wege gesucht, wie das Theater von morgen aussehen wird. Das interessiert mich sehr. Außerdem bin ich da wieder in der Lehre tätig. So schließt sich für mich ein Kreis.

Wird Ihre Aufgabe dort weniger anstrengend sein als die Intendantentätigkeit für die Kunstfestspiele?

Das glaube ich nicht. Die Akademie ist ein sehr junges Gewächs. Sie wurde erst 2006 gegründet. Da wird es noch viel zu tun geben. Und: So, wie ich die Aufgaben angehe, wird es immer stressig. Ich gehe die Sache voller Energie und Leidenschaft an, das wird immer aufregend.

Mit Energie und Leidenschaft haben Sie auch das Programm der diesjährigen Kunstfestspiele zusammengestellt. Wie sieht das mit der Ausgabe 2015 aus?

Genauso. Wie immer ist das Programm etwa ein Jahr vorher fertig.

Wie wird es danach mit den Kunstfestspielen weitergehen?

Man wird einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin suchen. Derjenige findet dann eine Grundstruktur vor, die er nutzen kann.

Oder ist die Existenz der Kunstfestspiele nach Ihrem Weggang gefährdet?

Das denke ich nicht. Ich bin auch deshalb sehr zuversichtlich, weil der Oberbürgermeister deutlich gesagt hat, dass er die Kunstfestspiele will. Es geht nicht darum, die Kunstfestspiele abzuschaffen. Es geht darum, sie so auszustatten, dass sie vernünftig arbeiten können.

Wären Sie in Hannover geblieben, 
wenn Sie weniger Gegenwind gehabt hätten?

Den Gegenwind, den kenne ich doch, den hatte ich doch immer. Damit umzugehen, das ist Teil meiner Arbeit.

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