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Aus der Stadt Kunststücke für den guten Zweck
Hannover Aus der Stadt Kunststücke für den guten Zweck
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23:16 18.11.2009
Lässt die Puppen tanzen: Siegfried Neuenhausen spielt mit den Keramikköpfen, die er eigens für die HAZ-Edition zugunsten der Weihnachtshilfe entworfen hat. Quelle: Rainer Surrey
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Es gibt Dinge, die lassen sich nicht in Euro und Cent bemessen. Liebe selbstverständlich. Freundschaft, Gesundheit, ein geistreiches Gespräch, ein trüber Novembertag, an dem man es sich im Bett gemütlich macht, seinen Lieblingsfilm guckt und unvernünftig viel Schokolade isst. Auch Kunst gehört zu jenen Dingen, deren eigentlicher Wert kaum zu beziffern ist. Je nach Vorliebe (oder Abneigung) schüttelt der eine nur den Kopf über eine ungegenständliche Malerei, in der er kaum mehr zu sehen vermag als ein Farbgemetzel, während der andere leichthin das Jahresgehalt eines Topmanagers investiert, um sein Heim mit einem Gemälde von Neo Rauch oder einem in Formaldehyd eingelegten Hai von Damian Hirst zu schmücken.

Ein wenig des anregenden Fluidums zeitgenössischer Kunst können sich HAZ-Leser jetzt zu weit bodenständigeren Preisen nach Hause holen: mit den „HAZ-Kunststücken“, einer Edition, die elf namhafte Künstler exklusiv für die Weihnachtshilfe der HAZ in einer kleinen Auflage von jeweils zwölf Exemplaren aufgelegt haben. Das Besondere: Einige Künstler haben statt einem Auflagenobjekt zwölf Unikate beigesteuert. Jedes der Kunstwerke ist für 149 Euro in der HAZ-Geschäftsstelle im Anzeiger-Hochhaus, Goseriede 9, erhältlich. 50 Euro vom Kaufpreis jedes Werkes gehen als Aufwandsentschädigung an die beteiligten Künstler, die verbleibenden 99 Euro fließen in vollem Umfang in die HAZ-Weihnachtshilfe. So machen Kunstfreunde nicht nur sich eine Freude, sondern leisten darüber hinaus einen Beitrag, die Not hilfsbedürftiger Menschen in der Region Hannover zu lindern.

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Weithin bekannte Protagonisten des Kunstbetriebes – Christiane Möbus, Timm Ulrichs, Siegfried Neuenhausen, Rolf Bier, Hans Karl, Ulla Lauer sowie Yvonne und Klaus Goulbier – haben ebenso zu dem kleinen, aber feinen Kunstschatz für den guten Zweck beigetragen wie einige der interessantesten Vertreter einer neuen, ausnehmend experimentierfreudigen Generation – darunter neben der Bildhauerin Andrea von Lüdinghausen und dem Maler Rüdiger Stanko auch die Zeichnerin und Performancekünstlerin Sonja Alhäuser, deren vor Farben und Ideen sprühendes Werk immer wieder Bezug nimmt auf etwas ganz Elementares: unsere Lust am Kochen und Essen.

Die Berlinerin, die selbst einen so alltäglichen Vorgang wie das Verzieren einer Torte zur Kunst erhebt, hat eigens für die HAZ eine Serie von zwölf Originalen, von „Bildzeichnungen“, im intimen DIN-A5-Format geschaffen, eine Art Kochbuch mit herrlich ausgefallenen Rezepten ohne kleinliche Mengenangaben. Sozusagen „frei aus dem Handgelenk“ hat die virtuose Zeichnerin in Aquarell über zartem Bleistiftstrich das phantastischste Küchenlatein zusammengemixt – herausgekommen sind dabei duftig-delikate Zeichnungen mit so kuriosen Titeln wie „Bananenmilch“, „Schinkenbrot“ und „Feines Stück“.

Die Zeichnung, das wohl direkteste künstlerische Medium, nimmt auch im Schaffen von Hannes Malte Mahler eine bedeutende Stellung ein. Der an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig ausgebildete Künstler hat ein Dutzend seiner Blätter für die HAZ-Edition digitalisiert und in einem neuen Verfahren hinter Acrylglas drucken lassen.

Die so entstandenen Wandobjekte – jedes hat eine andere Form und Größe – zeigen uns Menschenpaare unterscheidlichster Couleur: alte und junge, biedere und freche, innig vereinte oder solche, die sich schon lange nichts mehr zu sagen haben. Auch Siegfried Neuenhausen, Altmeister des Kritischen Realismus, hat sich des Themas Zweisamkeit angenommen und für die HAZ gut handtellergroße Porträtplastiken aus Keramik gefertigt, die ausschließlich paarweise erhältlich sind und – je nachdem, von welcher Seite man sie betrachtet – freundlich lächeln oder grimmig schmollen. (Nicht nur) in dieser Hinsicht sind Neuenhausens Charakterköpfe ganz dem wahren Leben nachempfunden.

Was es mit den anderen „Kunststücken“ auf sich hat, verraten wir Ihnen von der kommenden Woche an in einer fortlaufenden Serie auf den Kulturseiten der HAZ.

Die „HAZ-Kunststücke“ können ab Montagnachmittag, 23. November, zum Preis von 149 Euro in der Geschäftsstelle der HAZ, Goseriede 9, erworben werden – 99 Euro davon gehen an die Weihnachtshilfe der HAZ. Die gesamte Edition ist zum Vorzugspreis von 1299 Euro statt 1639 Euro erhältlich. Die Geschäftsstelle hat montags bis donnerstags von 9 bis 18 Uhr, freitags von 9 bis 16 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 14 Uhr geöffnet. Die Reservierung eines Werkes ist ab sofort unter der Telefonnummer (05 11) 12 12 31 65 möglich.

Von Daniel Behrendt