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Aus der Stadt 1500 Kurden machen ihrer Wut Luft
Hannover Aus der Stadt 1500 Kurden machen ihrer Wut Luft
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20:59 06.11.2016
Friedliche Demonstration: Gut 600 Kurden protestieren in der Innenstadt. Quelle: Link
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Hannover

Als Reaktion auf die jüngsten Festnahmen von Regierungsgegnern in der Türkei haben am Sonntagnachmittag rund 1500 Kurden in Hannover gegen die Politik von Präsident Recep Tayyip Erdogan demonstriert. Die Protestierer beschimpften den türkischen Präsidenten auf ihren Plakaten als Despoten und forderten in ihren Sprechchören internationale Solidarität mit der prokurdischen Partei HDP. Zudem verlangten die Demonstranten die Freilassung aller politischen Gefangenen in der Türkei – auch die des PKK-Führers Abdullah Öcalan.

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Die kurzfristig angemeldete Demonstration verlief nach Angaben der Polizei ohne Zwischenfälle, obwohl die Stimmung äußerst lebhaft war. Der bunt gemischte Protestzug war um 14 Uhr am Ernst-August-Platz gestartet. Angeführt wurde die Demo von einem Lautsprecherwagen und zahlreichen Frauen mit Halstüchern in den kurdischen Farben. Unter verhältnismäßig geringer Polizeibegleitung zogen die Teilnehmer vorbei an Schillerdenkmal, Marktkirche, Leibnizufer und Goethestraße zum Steintorplatz. Dort wurde die Veranstaltung nach einigen Redebeiträgen um 16.30 Uhr offiziell aufgelöst.

Am Sonntag haben laut Polizeiangaben über 600 Kurden in der City gegen die türkische Regierung demonstriert.

Der Ärger über die Verhaftung der HDP-Führung vereint die Kurden aus ganz Niedersachsen. „Die Abgeordneten wurden abgeschleppt wie Schwerverbrecher, dabei sind sie die Stimmen der Kurden in Nordkurdistan“, sagt Cemile Alp vom kurdischen Frauenrat und kündigt weitere Demonstrationen in Niedersachsen an – wenn Europa und Deutschland nicht endlich Druck auf die Türkei ausübten. „Ein Fingerzeig reicht nicht mehr, wir wollen Taten sehen“, sagt Yilmaz Kaba vom Demokratischen Kurdischen Gesellschaftszentrum Deutschland (Nav-Dem). In Hannover wollen die kurdischen Verbände am 12. November wieder auf die Straße gehen.

Auto brennt vorm Konsulat: Bereits an den beiden Vortagen waren kurdische Demonstranten durch die Innenstadt gezogen. In Verbindung dazu steht offenbar auch ein Fahrzeugbrand vor dem türkischen Konsulat am Engelbosteler Damm. Am Sonnabend gegen 3.30 Uhr war dort ein VW Jetta in Flammen aufgegangen, der einem Konsulatsmitarbeiter gehört. Die Polizei schließt einen Brandanschlag nicht aus. Kurdensprecher Kaba sagt: „Das ist nicht unsere Art und Weise, das werden wir auch nicht unterstützen – wir wollen unsere Forderungen mit demokratischen Mitteln durchsetzen.“     

Christian Link

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