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Aus der Stadt Kurzschlüsse legen Hauptbahnhof Hannover lahm
Hannover Aus der Stadt Kurzschlüsse legen Hauptbahnhof Hannover lahm
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22:13 02.06.2010
Von Bernd Haase
Viele Fahrgäste haben sich über die mangelnden Auskünfte der Bahn beschwert – zumindest im Hauptbahnhof war mehr Bahnpersonal im Einsatz. Quelle: Rainer Surrey

Hatte im Dezember ein Stellwerksausfall den Verkehr lahmgelegt, waren es gestern Kurzschlüsse in der Stromversorgung der Oberleitungen.

Nach Angaben der Bahn trat der erste Kurzschluss gegen 6.30 Uhr auf und blockierte Gleis 9. „Weil zwei weitere folgten, schalteten die Techniker um 7.10 Uhr das gesamte Netz vorsorglich für 80 Minuten ab“, teilte ein Bahnsprecher mit. Die Ursache blieb vorerst unklar. Nach Informationen der HAZ soll ein kaputter Stromabnehmer einer Bahn den ersten Kurzschluss verursacht haben.

In der Folgezeit leitete die Bahn 30 Fernzüge um den Hauptbahnhof herum; als Ersatzhaltestelle für sie diente der Messebahnhof Laatzen. Betroffen waren auch 50 S-Bahnen und Regionalzüge, die entweder ausfielen oder an Vorort- und Umlandstationen wie Wunstorf und Lehrte halten mussten. Reisende waren gezwungen, bis zu zwei Stunden auszuharren. Von 8.30 Uhr an wurde die Stromversorgung nach und nach wieder aufgebaut. Als Erstes konnten die S-Bahnen, die allein täglich mehr als 70.000 Fahrgäste transportieren, auf den Gleisen 1 und 2 wieder fahren, später auch Regional- und Fernzüge. Das letzte Gleis war erst gegen 12.45 Uhr wieder passierbar. Verspätungen im Zugverkehr als Folge der Blockade schleppte die Bahn bis zum Nachmittag mit sich herum.

Reisende ärgerten sich zum wiederholten Mal darüber, dass die Bahn defensiv informierte. Zwar hatte sie ihr Personal im Hauptbahnhof verstärkt, aber beispielsweise keine Mitarbeiter nach Laatzen geschickt. Um das Maß voll zu machen, fiel vormittags auch noch die automatische Ansage aus, mit der nicht nur die Lautsprecherdurchsagen im Hauptbahnhof, sondern auch diejenigen auf allen Umlandbahnhöfen gesteuert werden. „Das lag nicht am Stromausfall, sondern an einem parallel auftretenden Computerfehler“, erklärte der Bahnsprecher. Immerhin: Nach Auskunft der Bahn greifen die Fahrgastrechte, die bei Verspätungen Rückerstattungen von Teilen des Fahrpreises garantieren. Nähere Auskünfte und die nötigen Formulare gibt es an den Informationsschaltern in Bahnhöfen und unter der Adresse www.fahrgastrechte.info im Internet.

Probleme auch bei der Üstra: Eine Geduldsprobe mussten gestern nicht nur Bahnreisende über sich ergehen lassen, sondern zeitweilig auch Fahrgäste der Stadtbahnen. Gegen 11.18 Uhr stellte die automatische Zugsicherunganlage sämtliche Signale zwischen den Haltestellen Döhrener Turm und Aegi für die Linien 1, 2 und 8 auf Rot. „Als Folge mussten die Fahrer eine halbe Stunde lang im Schritttempo auf Sicht fahren“, erklärt Unternehmenssprecher Udo Iwannek. Dadurch sei es zu Verzögerungen auch auf anderen Strecken gekommen. Die Ursache für die Störung habe man noch nicht klären können. Vermutet werde, dass ein Defekt an einem Fahrzeug die Signale umspringen ließ. Zusätzliche Verwirrung stifteten die elektronischen Tafeln für die Fahrgastinformation in allen Üstra-Stationen. Sie zeigten für einen längeren Zeitraum erhebliche Verspätungen von bis zu einer Stunde an – was allerdings nicht der Realität entsprach. „Die Ursache dafür war ein Computerfehler“, sagte Iwannek

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