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Aus der Stadt Lampen fallen in Schule von der Decke
Hannover Aus der Stadt Lampen fallen in Schule von der Decke
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22:03 09.05.2009
Von Veronika Thomas
Im Klassenraum fielen die Lampen von der Decke. Quelle: Kris Finn
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Wie durch ein Wunder kamen die meisten der 23 Schüler mit dem Schrecken davon. Drei Kinder und ihre Lehrerin Sibylle Uetzmann erlitten leichte Verletzungen: Eine Schülerin trug eine Beule am Kopf davon, zwei weitere Kinder hatten kleine Schrammen an Schulter und Unterschenkel, die Lehrerin hat einen blauen Fleck am Oberschenkel.

„Wir haben unheimlich viel Glück gehabt“, sagte Schulleiterin Monika Schilling. Es habe plötzlich in der u-förmigen, insgesamt etwa zehn Meter langen Beleuchtungsanlage vor der Tafel geknackt, dann gab es einen Knall, und im nächsten Moment schon lagen Splitter von Leuchtstoffröhren, Plastik- und Metallteile auf Schultischen und Fußboden. Unmittelbar darauf habe sie alle zuständigen Behörden informiert und die Schule räumen lassen.

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„Ich vermute, dass die Beleuchtungsanlage während der Sanierung unserer Schule 2003/2004 nicht sachgerecht angebracht wurde“, sagte die Schulleiterin. Die Beleuchtung sei lediglich mit vier Zentimeter langen Schrauben in den Dämmplatten unterhalb der Betondecken verschraubt gewesen – in der gesamten Schule. Die Firma, die mit der Montage beauftragt war, habe schon während der Sanierung Insolvenz anmelden müssen, erinnert sich Schilling.

Auf Anordnung der Landesschulbehörde bleibt die Grundschule mit 280 Schülern und zwölf Klassen bis einschließlich Montag geschlossen. Die Schulleitung hat unterdessen alle Eltern schriftlich über die Schließung informiert. „Eltern, die darauf angewiesen sind, dass ihre Kinder betreut werden, können sie am Montag aber in die Schule bringen“, teilte Schuldezernentin Marlis Drevermann mit. Die Kinder würden betreut.

„Wir haben sofort veranlasst, dass die Befestigung aller Leuchten überprüft wird“, ergänzte Wirtschafts- und Umweltdezernent Hans Mönninghoff. Schon eineinhalb Stunden nach dem Herabstürzen der Deckenbeleuchtung nahmen Elektroinstallateure die ersten Lampen ab. „Wir können nur von Glück reden, dass nicht mehr passiert ist“, kommentierte Eckhard von Knorre, Mitglied im Vorstand des Schulelternrats, den Vorfall.

Die Schule in der Oststadt wurde nach dem Unglück komplett geräumt. „Wir sind mit den Kindern sofort auf den Schulhof gegangen“, sagte Schulleiterin Schilling. Einige Klassen verbrachten die Stunden danach im Schulgarten, andere gingen in den nur wenige Fußminuten entfernten Sonnenspielplatz in der Eilenriede. „Die Lehrer sind bis 13 Uhr bei den Kindern geblieben, schließlich sind wir eine verlässliche Grundschule.“

Gunnar Menkens 08.05.2009
Tobias Morchner 08.05.2009