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Aus der Stadt Landeskirche gibt Homo-Ehe ihren Segen
Hannover Aus der Stadt Landeskirche gibt Homo-Ehe ihren Segen
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00:24 30.11.2014
Von Kristian Teetz
Pastoren können ab sofort homosexuelle Paare segnen.
Pastoren können ab sofort homosexuelle Paare segnen. Quelle: dpa
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Hannover

Nach langer interner Debatte segnet die hannoversche Landeskirche nun auch homosexuelle Paare. „Die lang erwartete Handreichung für Gottesdienste zur Segnung eingetragener Lebenspartnerschaften ist fertig“, sagte Landesbischof Ralf Meister während der Synode der Landeskirche in Hannover. Der Unterschied zu einer klassischen Trauung von Mann und Frau solle aber erkennbar bleiben.

In den vergangenen 15 Jahre habe es eine kontroverse, aber niemals destruktive Debatte über das Thema in der evangelischen Kirche gegeben, sagte Meister. Vor einem Jahr hatte er ebenfalls während der Zusammenkunft des Kirchenparlaments nachdrücklich für die Segnung von gleichgeschlechtlichen Paaren plädiert. Bislang war nur eine Fürbitte möglich. Damit ermöglichen nun 14 der 20 Landeskirchen in Deutschland homosexuellen Paaren eine Segnung, wobei zumeist die Gemeinde vor Ort damit einverstanden sein muss.

Ein Pastor solle aber weiter frei entscheiden können, betonte Meister. Selbstverständlich sei es „in diesem sensiblen theologischen Feld“ auch zukünftig möglich, dass Pastoren, die die Segnung aus Gewissensgründen nicht vornehmen können, sie verweigern oder das homosexuelle Paar an einen anderen Geistlichen überweisen, sagte der Landesbischof. Die Handreichung gelte ab sofort.

In dem Papier heißt es, dass „Mann und Frau in besonderer Weise aufeinander bezogen und aneinander gewiesen“ seien. Dem entspreche „die besondere Würdigung der Ehe, wie sie sich im Trauhandeln der Kirche abbildet“. Menschen lebten aber auch in anderen Beziehungsformen, seit zehn Jahren gebe es in Deutschland eingetragene Lebenspartnerschaften homosexueller Paare. „Auch sie stellt eine Gemeinschaft in Verlässlichkeit, Verbindlichkeit und Verantwortung dar. Als Kirche begrüßen wir daher, wenn in gleichgeschlechtlicher Beziehung lebende Menschen eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen und diese unter Gottes Wort und Segen stellen“, heißt es in dem kirchlichen Papier weiter.

Der Präsident der Landessynode, Matthias Kannengießer, betonte, dass das Kirchenparlament keine Entscheidung zu dem Thema getroffen hat, da es für eine solche Handreichung formal nicht zuständig sei. „Wir waren allerdings intentional beteiligt und begrüßen die Entscheidung sehr“, ergänzte Rolf Bade, Vorsitzender der Synodalgruppe Offene Kirche. „Das ist ein wichtiger Schritt der Landeskirche.“

In seiner Rede vor der Landessynode setzte sich Meister intensiv mit dem Thema Sterbehilfe auseinander. Er hält die momentane Rechtslage für klug, da sie „Freiraum für außerordentliche Sterbehilfe offen hält“. Eine Neuregelung der Sterbehilfe sei daher nicht unproblematisch. „Ein rechtlicher Eingriff würde die Gewissensentscheidungen von Ärzten einer strafrechtlichen Kontrolle unterwerfen und damit eine Institutionalisierung vorschreiben“, sagte der Landesbischof.

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