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Aus der Stadt Fünf Jahre Haft für K.O.-Tropfen-Räuberin
Hannover Aus der Stadt Fünf Jahre Haft für K.O.-Tropfen-Räuberin
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12:47 07.05.2014
Die 37 Jahre alte Ida J. beim Prozessauftakt im März.
Die 37 Jahre alte Ida J. beim Prozessauftakt im März. Quelle: Julian Stratenschulte
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Hannover

Eine 37 Jahre alte Frau, die Disco-Bekanntschaften betäubt und ausgeraubt hat, ist zu fünf Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt worden. Das Landgericht Hannover sprach die Frau am Mittwoch wegen schweren Raubes und gefährlicher Körperverletzung in neun Fällen schuldig. Die Angeklagte hatte eingeräumt, einigen Männern Schlafmittel gegeben zu haben. In der Anklage war von K.O.-Tropfen die Rede, tatsächlich hatten die verabreichten Medikamente eine ähnliche Wirkung. Tatorte waren Hannover, Hamburg, Frankfurt, Dortmund und Berlin.

Nach Überzeugung des Gerichts schüttete die Frau, eine in der Ukraine ausgebildete Medizinerin, ihren Opfern unbemerkt zerbröselte oder aufgelöste Tabletten in alkoholische Getränke. Danach stahl sie unter anderem eine Uhr im Wert von 10 000 Euro, Bargeld, Handys und Laptops von ihnen.

Die Männer fielen bald nach dem Anstoßen in einen stundenlangen Tiefschlaf. Nach dem Aufwachen konnten sie sich nicht daran erinnern, was geschehen war. Die Vorsitzende Richterin Renata Bürgel betonte, für die Opfer seien die Attacken der Frau lebensgefährlich gewesen. So hätten die betäubten Männer beispielsweise an Erbrochenem ersticken können.

Gift im Glas: K.O.-Tropfen

  • K.O.-Tropfen bestehen nach Angaben der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände meistens aus Gammahydroxybuttersäure (GHB). Dabei handelt es sich um eine farblose Flüssigkeit.
  • Die Tropfen wirken einschläfernd und muskelentspannend, führen aber auch zu Übelkeit, Bewusstseinsstörungen und Gedächtnislücken. Die Wirkung setzt nach 10 bis 20 Minuten ein, kann bis zur Bewusstlosigkeit und im Mix mit Alkohol sogar zum Tod führen. Im Blut bleibt die Substanz bis zu sechs Stunden nachweisbar, im Urin bis zu zwölf Stunden.
  • GHB ist auch als Liquid Ecstasy bekannt und wird als Partydroge missbraucht. Weil die Opfer oft junge Frauen sind, wird GHB auch als "Vergewaltigungsdroge" bezeichnet.

dpa

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