Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Grüne fordern ausreichend Platz in Frauenhäusern
Hannover Aus der Stadt Grüne fordern ausreichend Platz in Frauenhäusern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:42 21.05.2018
Im niedersächsischen Landtag in Hannover haben die Abgeordneten über die Situation der Frauenhäuser diskutiert.
Im niedersächsischen Landtag in Hannover haben die Abgeordneten über die Situation der Frauenhäuser diskutiert. Quelle: dpa
Anzeige
Hannover

 Die Situation der Frauenhäuser in Niedersachsen war jetzt erneut Thema im Landtag. Die Schutzeinrichtungen für Frauen, die vor der Gewalt ihrer Partner fliehen, haben wiederholt über Überbelegung berichtet. Speziell in Hannover müssen die Häuser regelmäßig Schutzsuchende aus Platzmangel abweisen. Dies widerspricht jedoch ihrem Charakter als Notfalleinrichtung.

  Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert nun von der Landesregierung eine Analyse der realen Auslastung der Einrichtungen. Das niedersächsische Sozialministerium habe erklärt, dass es eigentlich kein großes Problem oder Handlungsbedarf sehe, moniert Abgeordnete Imke Byl (Grüne). „Die Berichte aus den Frauenhäusern unterscheiden sich jedoch um einiges zu den Zahlen aus dem Ministerium.“ Die Grünen wollen außerdem erreichen, dass die Landesregierung sich auf Bundesebene für einen Rechtsanspruch der von Gewalt betroffenen Frauen auf Unterbringung in einer Schutzeinrichtung einsetzt. Dieser Rechtsanspruch müsse unabhängig von Einkommen, Alter der Kinder und anderen Faktoren gelten.

Byl, Sprecherin der Grünen für Frauenpolitik, kritisiert die ungesicherte Finanzierung der Frauenhäuser. Kommunen, Land und Bund müssten zu einer verbindlichen Regelung kommen und die Unterfinanzierung beenden. „Frauen, die teilweise nach jahrelanger Demütigung und Gewalt den Mut fassen, sich Hilfe zu suchen, sollten auch die Hilfe finden, die sie brauchen.“ Damit die Betroffenen nicht länger als notwendig im Frauenhaus bleiben, müssten außerdem mehr bezahlbare Wohnungen entstehen. 

Von Bärbel Hilbig