Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Lange Wartezeiten für Reifenwechsel
Hannover Aus der Stadt Lange Wartezeiten für Reifenwechsel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:38 02.11.2014
Akkordarbeit: Markus Brennecke und seine Kollegen von Point S. wechseln derzeit an 80 Autos pro Tag die Reifen.
Akkordarbeit: Markus Brennecke und seine Kollegen von Point S. wechseln derzeit an 80 Autos pro Tag die Reifen. Quelle: Tobias Kleinschmidt
Anzeige
Hannover

„Grund dafür sind die milden Temperaturen im Oktober, die in der vergangenen Woche dann zum ersten Mal in diesem Herbst deutlich gesunken sind“, sagt die Sprecherin des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) Niedersachsen/Sachsen-Anhalt, Christine Rettig. „Für viele Autofahrer war das ein Weckruf, um dann direkt einen Termin mit ihrer Werkstatt zu vereinbaren.“

Dazu kommt, dass die Regeln für die Beschaffenheit der Reifen gerade noch einmal verschärft worden sind. Seit dem 1. November müssen alle ab diesem Datum in Europa zugelassenen Neuwagen über ein sogenanntes Reifendruckkontrollsystem verfügen. Dieses erkennt automatisch, ob der Druck in den Reifen zu hoch oder zu niedrig ist. Ist dass der Fall, meldet sich das Fahrzeug über einen Signalton oder eine Lampe. Ziel ist es, Unfälle, die durch platte oder zu pralle Reifen herbeigeführt worden sind, zu verhindern. „Der ADAC begrüßt die dadurch erreichte zusätzliche Sicherheit“, sagt Rettig. Allerdings werde der Reifenwechsel durch das komplexe System auch schwieriger und für Laien eigentlich nicht mehr durchführbar.

Mit Beginn der Winterzeit wird in vielen Betrieben nun im Akkord gearbeitet. „Wir wechseln am Tag etwa an 80 Autos die Räder“, bestätigt Frank Schenkemeyer, Geschäftsführer der hannoverschen Point S. Reifenservice-Filiale. Trotz des Pensums müssen sich seine Kunden im Moment etwa zehn Tage gedulden, bis sie ihren Wagen in die Werkstatt an der Hildesheimer Straße bringen können.

Bei Autoteile Unger (ATU) sieht es ähnlich aus. „In unseren drei Filialen liegen die Wartezeiten für einen festen Termin derzeit zwischen drei und zehn Tagen“, sagt Unternehmenssprecher Markus Meißner. Allerdings können Kunden ihr Auto auch ohne Voranmeldung in den drei Werkstätten an der Schulenburger Landstraße, der Nenndorfer Chaussee und der Rendsburger Straße vorbeibringen. „Wie lange sie dann warten müssen, hängt dann allerdings vom aktuellen Betrieb in den Filialen ab“, sagt Meißner.

Rettig rät allen Verkehrsteilnehmern, trotz der Wartezeiten möglichst bald einen Termin zu vereinbaren. „In Deutschland gibt es zwar keine konkrete Winterreifenpflicht, in der Straßenverkehrsordnung gibt es allerdings den Passus, dass jeder Autofahrer Reifen benutzen muss, die der Witterung entsprechend beschaffen sind“, sagt die ADAC-Sprecherin.

Konkret bedeutet das, dass die Polizei Bußgelder gegen Fahrer verhängen kann, wenn diese bei Glatteis oder Schnee mit Sommerreifen unterwegs sind. „Bei einem Unfall mit Sommerreifen bei solchen Bedingungen könnte sich auch die Autoversicherung weigern, den kompletten Schaden zu übernehmen“, sagt Rettig.

Trotz des Zeitdrucks rät der Automobilklub allen Fahrern davon ab, die Reifen selbst zu wechseln - auch wenn es sich nicht um einen Neuwagen handelt. „Das sollten Experten machen“, sagt Christine Rettig.

Von Jörn Kiesler

Aus der Stadt Tagung des Ordens deutscher Falkoniere - Im Auge des Bussards
Gunnar Menkens 02.11.2014
02.11.2014
Aus der Stadt Demonstration gegen Islamismus angemeldet - Hannover droht ein Hooligan-Aufmarsch
02.11.2014