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Aus der Stadt Laub in Weichen verursachte Üstra-Unfälle
Hannover Aus der Stadt Laub in Weichen verursachte Üstra-Unfälle
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16:45 04.11.2015
Von Bernd Haase
Laub soll den Unfall am Goetheplatz (Bild) und an der Podbielskistraße verursacht haben. Quelle: Dillenberg
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Hannover

Dass im Herbst mit Laubfall zu rechnen ist, weiß man auch bei der Üstra. Nach Angaben von Iwannek werden deshalb zu dieser Jahreszeit alle 600 Weichen im Streckennetz im Abstand von zwei bis drei Tagen begutachtet und gegebenenfalls mit speziellen Bläsern freigepustet. Bei den betroffenen Anlagen an der Sutelstraße in Bothfeld und am Goetheplatz in der Calenberger Neustadt sei dies am Mittwoch beziehungsweise am Freitag vor den Unfällen geschehen. Ob dabei Laubreste hängengeblieben sind oder frisch gefallene Blätter die Bahnen aus der Spur geworfen haben, lasse sich nicht mehr klären.

Am frühen Morgen ist auf der Podbielskistraße eine Stadtbahn entgleist. 

Die genaue Aufklärung der Unfallursache führt nun tiefer in die Weichenkunde im Stadtbahnverkehr. „Es handelt sich jeweils um sogenannte Regelweichen“, erläutert Iwannek. Dies bedeute, dass die Weichen fast immer in eine Richtung führen und nur umgelegt werden, wenn eine Bahn den üblichen Fahrweg verlässt – etwa für das Ausfädeln zum Betriebshof.
Das Umlegen geschieht automatisch auf ein Funksignal. „Das hat auch funktioniert“, betont Iwannek. Im Prinzip hätten beide Weichen in die richtige Richtung gewiesen, seien allerdings wegen der Laubreste nicht eingerastet. „Sie haben dann beim Überfahren geschlackert, und dadurch sind die Bahnen aus den Schienen gesprungen“, sagt der Sprecher.

Die Weichen in Bothfeld und am Goetheplatz verfügen über eine weitere Gemeinsamkeit: Sie werden ausschließlich hydraulisch bewegt. Es gibt aber auch Modelle, die zusätzlich über einen Federantrieb verfügen und damit in der Bewegung mehr Kraft entfalten. Genau diesen Typ will die Üstra jetzt an zwölf Stellen mit Regelweichen installieren; der Stückpreis beträgt 15.000 Euro.

Am Goethekreisel in in der Calenberger Neustadt sprang eine Bahn der Linie 10 aus den Gleisen und stellte sich teilweise quer über die Fahrbahn. 

Auf den Unfall an der Sutelstraße hat der Steuerzahlerbund reagiert. Haushaltsreferent Gerhard Lippert vermutet ein tiefergehendes Problem, weil an dieser Stelle seit September 2014 drei Bahnen entgleist sind. Die Üstra weist das zurück: „Bei den früheren Fällen handelte es sich um menschliches Versagen; das haben wir dem Steuerzahlerbund auch so mitgeteilt.“
Auf dem jüngsten Unfallschaden in Höhe von insgesamt 200.000 Euro bleibt die Üstra, wie immer in solchen Fällen, sitzen, weil sie ihre Bahnen wegen der hohen Prämien nicht Vollkasko versichert. Personen waren bei den Entgleisungen nicht zu Schaden gekommen.     

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