Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Aus der Stadt Lehrer ermitteln 50-Stunden-Arbeitswoche
Hannover Aus der Stadt Lehrer ermitteln 50-Stunden-Arbeitswoche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:20 24.09.2014
„Viele waren erschrocken, dass sie so lange arbeiten“: Rektorin Katharina Badenhop (Dritte von rechts), Wissenschaftler Frank Mußmann und Laura Pooth von der GEW. Quelle: Frank Wilde
Hannover

„Wir haben die Arbeitszeit von Lehrern erstmals genau erfasst“, sagte Sozialwissenschaftler Frank Mußmann. Vom 24. März bis zum 30. Juli haben 39 Pädagogen ihre Arbeitszeit Minute für Minute protokolliert, egal ob sie eine E-Mail von Eltern beantworteten, Klausuren korrigierten, auf Klassenfahrt waren oder unterrichteten. Sie konnten ihre Daten direkt per Smartphone oder am Computer eingeben. 72 Prozent des Kollegiums beteiligten sich an der Erhebung, manche allerdings nur stichprobenartig.

Finanziert worden ist die Studie von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in Auftrag gegeben hat sie das Gymnasium selbst. „Wir wollten zu einer Versachlichung der Debatte beitragen“, sagte Schulleiterin Katharina Badenhop. Seit mehr als einem Jahr tobt der Streit um die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung für Gymnasiallehrer von 23,5 auf 24,5 Stunden in der Woche. Hartnäckig halte sich das Gerücht, Lehrer hätten viel Freizeit, sagte Badenhop: „Wir wollten herausfinden, ob es sich um eine gefühlte oder tatsächliche Arbeitsbelastung handelt.“ Laut Studie kommen die Lehrer an der Tellkampfschule auf eine Wochenarbeitszeit von 49 Stunden und 44 Minuten.

Gearbeitet wurde laut Erhebung an jedem Tag in der Woche, auch sonnabends und sonntags, hier waren es zwei bis drei Stunden täglich. „Viele Kollegen waren erschrocken, als sie gesehen haben, wie viel sie tatsächlich arbeiten“, betonte Lehrer Daniel Pliquet. Lehrerin Stefanie Kronast wies darauf hin, dass die Daten im zweiten Halbjahr des vergangenen Schuljahres erhoben worden seien, das erste Halbjahr aber noch deutlich belastender für die Pädagogen gewesen sei. Die Kollegen seien an fast doppelt so viel Tagen auf Klassenfahrt gewesen und hätten mehr Arbeiten zu korrigieren gehabt.

Der eigentliche Unterricht im Klassenzimmer macht laut Pilotstudie gerade einmal ein Viertel der Tätigkeit eines Lehrers aus. Der Großteil seien Vor- und Nachbereitung, Konferenzen, Elterngespräche und andere Verwaltungsarbeiten.

Die Göttinger Forscher sprechen in ihrem Resümee von bemerkenswerten Dauerbelastungen von 45 und 50 Stunden, in einigen Fällen sogar von 65 und 72. „Die realen Arbeitszeiten sind empirisch über den gesamten Tag zwischen 6 Uhr morgens und bis nach Mitternacht verteilt.“ Durch die Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung ab diesem Schuljahr werde der Stress noch steigen, sagte Mußmann. Dies könne real eine Mehrarbeit von drei Zeitstunden in der Woche bedeuten.

Die stellvertretende Landesvorsitzende der GEW, Laura Pooth, sagte, Ziel sei es die Arbeitszeiterfassung auch auf andere Schulen, nicht nur Gymnasien, auszudehnen. Die Landesregierung habe bislang damit argumentiert, dass eine Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung nicht die Arbeitszeit insgesamt erhöhe, sagte Pooth. Nach den neuen Erkenntnissen werde die Arbeit von Lehrern qualitativ neu bewertet. Pädagogen müssten lernen, zwischen Arbeit und Freizeit stärker zu trennen, sagte Badenhop: „Ein freier Tag muss sein.“

Die Gerichtsverfahren um eine Anfechtung der Stichwahl zum Regionspräsidenten können sich über Jahre hinziehen. Davon geht der Anwalt der CDU, Prof. Christian Winterhoff aus.

Mathias Klein 27.09.2014

Weil ihr Gebäude marode ist, müssen 180 Schüler des Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasiums täglich zwischen der Südstadt und dem Zooviertel pendeln. Jetzt hat die Stadt eine Idee: Leihfahrräder. Ein Schulbesuch.

Saskia Döhner 26.09.2014

Im HAZ-Interview spricht der Protokollchef der Landesregierung, Matthias Woiwode, über Politikerfotos, die beste Sicht auf Prominente und den Umzug des Goldenen Buches der Stadt.

Andreas Schinkel 24.09.2014