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Aus der Stadt Eltern wollen auf Klassenfahrt gehen
Hannover Aus der Stadt Eltern wollen auf Klassenfahrt gehen
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17:00 13.04.2014
Von Bärbel Hilbig
Demnächst mit Mama und Papa? Schüler auf einer Klassenfahrt am Ufer des Edersees. Quelle: dpa
Hannover

Tatsächlich wollen Lehrer an den meisten Gymnasien weiterhin wie angekündigt im kommenden Schuljahr aus Protest gegen die vom Ministerium verordnete Mehrarbeit keine Klassen- und Studienfahrten mehr organisieren. „Landesregierung und Lehrer bewegen sich nicht, und am Ende sind unsere Kinder die Dummen. Wir wollen unsere Kinder aber nicht zum Spielball bei ungelösten politischen Konflikten werden lassen“, sagt Wolfgang Czychon, der die Idee mit anderen ausgebrütet hat.

Die Gruppe geht davon aus, dass sich genügend Eltern mit Erfahrung in der Begleitung von Jugendcamps finden ließen. Für Eltern, die mit den Reisekosten überfordert wären, würde an der Elsa-Brändström-Schule der Förderverein einspringen. Zu Versicherungs- und Haftungsfragen soll sich das Ministerium äußern. Nach ersten Gesprächen geht Czychon davon aus, dass die meisten Schüler sich über diese Lösung freuen würden. „Natürlich gibt es Jugendliche, die sich nicht freuen werden, wenn ihre Eltern mitfahren. Das ist aber eher die Ausnahme.“ Und vielleicht fänden sich auch einzelne Referendare oder Lehrer, die dann doch mitführen.

Unabhängig davon kursiert am Kurt-Schwitters-Gymnasium ein ähnlicher Vorschlag, den Elternsprecher Alexander Padrok in den Ring geworfen hat. „Alternativen gibt es ja nicht. Wenn wir die Fahrten für wichtig halten, müssen wir selbst aktiv werden“, sagt Padrok. In den Arbeitsverträgen der Lehrer sei diese Tätigkeit nicht festgeschrieben. Die Schule bietet eigentlich in fünf Jahrgängen Fahrten an, aktuell sollen nur Schüleraustausch und Skifreizeit beibehalten werden.

An der Bismarckschule hätte die Buchung für die Studienfahrten im Herbst längst erfolgen müssen, sagt Schulleiter Johannes Brockmann. Auch die anderen Reisen sind gestrichen. „Das ist ein großer Verlust an Gemeinschaftserfahrung.“ Brockmann bezweifelt jedoch, dass sich genügend Eltern als Gruppenbegleiter finden lassen. „Und dann müssen andere Eltern auch bereit sein, ihr Kind in deren Obhut zu geben.“ Die Lehrer an der Schillerschule diskutieren aktuell intensiv, ob sie angesichts der Mehrarbeit für sich Entlastung an anderer Stelle finden und ob einzelne Fahrten eventuell vom Boykott ausgenommen werden. Aus dem Kultusministerium heißt es, das Anliegen des Fördervereins der Elsa-Brändström-Schule solle geprüft werden. Für eine Bewertung sei es allerdings noch zu früh.

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