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Aus der Stadt Schulen in Hannover sollen Lehrer abgeben
Hannover Aus der Stadt Schulen in Hannover sollen Lehrer abgeben
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00:17 22.01.2016
Von Saskia Döhner
Hannoversche Schulen sollen Lehrer an Niedersachsen abgeben. Dabei sieht die Lehrerversorgung in der Landeshauptstadt derzeit auch nicht gut aus. Quelle: dpa/Symbolfoto
Hannover

Das leidige Thema Unterrichtsausfall wird Niedersachsens Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) nicht los. Eben erst war bekannt geworden, dass mehr als die Hälfte der hannoverschen Berufsschulen eine schlechtere Lehrerversorgung als der Landesschnitt haben, und der liegt seit Jahren sowieso nur bei rund 90 Prozent. Weil die Lage an vielen Grund-, Haupt, Real- und Oberschulen auch nicht besser aussieht, hat die Landesschulbehörde jetzt die Leiter der Gymnasien und Gesamtschulen in Hannover gebeten zu prüfen, ob sie nicht ab Februar übergangsweise – für ein halbes oder ein ganzes Jahr – einige Lehrer abgeben könnten. „Das neue Jahr beginnt, ähnlich wie das alte Jahr endete, die hinreichende Personalversorgung der Schulen steht im Mittelpunkt und erfordert verschiedenartige Anstrengungen“, heißt es in dem Brief an die Schulleiter, der der HAZ vorliegt. Mehr als 100 Stellen sollen landesweit an Grund-, Haupt- und Realschulen fehlen.

Der Verband der Elternräte der Gymnasien kritisierte, dass das Land Lücken stopfe, indem es an anderer Stelle wieder neue aufreiße, zudem komme die Anfrage an die Schulen kurz vor dem Halbjahreswechsel zu einem Zeitpunkt, an dem die Stundenpläne und die Unterrichtsverteilung bereits erfolgt seien. Es sei keine Lösung, die Schulformen gegeneinander auszuspielen, sagte CDU-Bildungsexperte Kai Seefried.

Das Kultusministerium wehrte sich gegen die Vorwürfe: Man habe auf eine ausgewogene Unterrichtsversorgung an den verschiedenen Schulformen zu achten. Schulen, die Lehrer versetzen, dürften diese Stellen kurzfristig nachbesetzen. In 25 Fällen soll dies bereits zum 1. Februar geschehen. Weil sich auf einige Stellen an Haupt- Real- und Grundschulen direkt keine Bewerber gefunden haben, wählt das Land jetzt den Umweg über die Abordnung von Pädagogen, die bislang an Gymnasien oder Gesamtschulen tätig sind.

Für Kollegen, die früher an der Orientierungsstufe unterrichtet hätten oder lieber mit Kindern aus der Sekundarstufe I arbeiteten als Oberstufenkurse zu leiten, könnte eine Versetzung auf Zeit an eine Oberschule oder eine Grundschule durchaus infrage kommen, sagte Beate Günther, Direktorin der Schillerschule und Sprecherin der Gymnasialleitern. Es sei ja keine Zwangsabordnung, sondern ein freiwilliger Wechsel. Ihr Co-Sprecher Karl-Heinz Heinemann, Leiter der Lutherschule, berichtete, dass die schriftliche Bitte der Landesschulbehörde nach freiwilligen Versetzungen ein Novum sei. Viele Gymnasien dürften so eine schlechte Unterrichtsversorgung haben, dass ihnen diese Bitte wie blanker Hohn vorgekommen sein dürfte, sagte Petra Wiedenroth vom Verband der Elternräte: „Die haben den Brief sicher gleich in den Papierkorb geworfen.“     

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