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Aus der Stadt Die Mutter der Computer
Hannover Aus der Stadt Die Mutter der Computer
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08:06 14.11.2014
Die Autoren Ariane Walsdorf, Klaus Baldur, Erwin Stein und Franz Otto Kopp hinter dem von Baldur konstruierten Replikat der Rechenmaschine. Quelle: Michael Thomas
Hannover

Zu sehen bekamen die Hannoveraner und ihre Gäste bisher jedoch zumeist das von Klaus Badur und Wolfgang Rottstedt gebaute Replikat von LeibnizRechenmaschine, die er zwischen 1670 und 1716 entwickelte. Das einzige Original von 1690 befindet sich in der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek zwischen Tausenden von Büchern – normalerweise.  Denn seit gestern und noch bis zum 23. November kann man es im Landesmuseum sehen.

Anlass hierfür ist ein 272 Seiten umfassender Prachtband, der gestern im Landesmuseum vorgestellt wurde. Die Idee, der Rechenmaschine ein ganzes Buch zu widmen, obgleich ihre Technik schon in zahlreichen Abhandlungen auseinandergenommen wurde, kam Mitautorin Ariane Walsdorf vor vier Jahren. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Handschriftensammlung der Leibniz Blibliothek wunderte sie sich, dass die zahlreichen Handschriften und Dokumente von Leibniz und seinen Zeitgenossen noch nicht kulturhistorisch ausgewertet worden sind.

Zusammen mit dem Erbauer des Replikats, Klaus Badur, sowie Erwin Stein, emeritierter Professor für Baumechanik, und Ingenieur Franz Otto Kopp ist so nun eine umfassende wissenschaftsgeschichtliche, technische und mathematische Aufarbeitung dieser wegweisenden Erfindung erschienen. Die zahlreichen ästhetischen Fotografien von Maike Kandziorka lassen den Band zu einem  wissenschaftlichen „Coffee Table Book“ werden.
Die sogenannte Vier-Spezies-Rechenmaschine war erstmalig in der Lage, mit mechanischen Mitteln alle vier Grundrechenarten auszuführen. Daraus entwickelte Leibniz schließlich das binäre System, das als Wegbereiter des modernen Computers gelten darf.

Diese Logik sowie die Besonderheit der Staffelwalze sind der eigentliche Erfolg. Denn leider funktionierte Leibniz' Maschine nur zeitweise fehlerfrei, die Mechanik war schlichtweg zu anfällig: Ihre Fehlerquellen lagen in der Herstellung der insgesamt 126 Zahnräder, die im 17. Jahrhundert mit einfachsten handwerklichen Mitteln auf einen hundertstel Millimeter genau gefertigt werden mussten. Auch die einzelnen Zähne mussten bis auf 0,3 Grad genau justiert werden; sonst griffen die Zahnräder falsch ineinander und das Ergebnis war fehlerhaft. Erst mit dem Nachbau der 650-teiligen Konstruktion der Wissenschaftler Badur und Rottstedt konnte die Funktionstüchtigkeit der genialen Konstruktion bewiesen werden.  

Am Sonntag um 12 Uhr referiert Technikhistoriker Prof. Ludolf von Mackensen im Landesmuseum über die Rechenmaschine. Klaus Baldur erklärt anschließend anhand seiner dann noch einmal ausgestellten Replik ihre Funktionsweise. Anmeldungen sind erforderlich unter (0511) 1267 303/304 oder direktion@gwlb.de.

Katharina Derlin

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