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Aus der Stadt Studenten kämpfen für ihren Professor
Hannover Aus der Stadt Studenten kämpfen für ihren Professor
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09:44 24.01.2014
Von Juliane Kaune
Ist bei seinen Studenten sehr beliebt: Rolf Pohl. Quelle: dpa/privat
Hannover

„Herr Pohl ist sehr beliebt und engagiert“, sagt Fachschaftsvertreter Matthias Monecke. „Die Art und Weise seines ungewollten Abschieds lässt die Studierendenschaft wütend und enttäuscht zurück. Wir verlangen eine Weiterbeschäftigung bis zu seinem Ruhestand.“ Der Fall von Pohl hängt mit der Abschaffung der Sozialpsychologie an der Uni zusammen. Pohl hatte zuletzt eine Verwaltungsprofessur; das bedeutet, dass er den bisherigen Lehrstuhlinhaber vertritt. Allerdings wurde schon 2004 entschieden, die Sozialpsychologie zu schließen. Gleichwohl durften eingeschriebene Studenten ihr Studium beenden.

Die von der Uni gesetzte Frist endet mit diesem Wintersemester – und damit der Vertrag von Pohl. Das Problem: Er hat sich zwar bereits 1996 habilitiert, das heißt, er hat die wissenschaftlichen Leistungen für einen Professorentitel erbracht. Doch er hat an der Uni nie einen eigenen Lehrstuhl gehabt, konnte darum kein verbeamteter Professor werden und musste sich stets mit Zeitverträgen begnügen. Nun hat Pohl die Uni auf eine Entfristung seiner Stelle verklagt.

Uni-Präsident Prof. Erich Barke zeigt sich davon überrascht. „Herr Pohl wusste immer, dass er in befristeten Beschäftigungsverhältnissen arbeitet.“ Zu den drei Jahrzehnten, die der Sozialpsychologe bereits für die Uni auf Zeitstellen tätig ist, sagt Barke: „Das ist nicht die typische Karriere eines Hochschullehrers.“ Grundsätzlich seien befristete Verträge an Hochschulen aber gang und gäbe. Dies sei „im System angelegt“, um möglichst vielen jungen Wissenschaftlern die Chance zur Promotion zu geben.

Barke räumt ein, dass unter anderem durch die steigende Zahl von privat finanzierten Forschungsprojekten auch die Zahl der befristet eingestellten wissenschaftlichen Mitarbeiter überproportional zugenommen hat. Mit der Konsequenz, dass eine akademische Karriere, an deren Ende eine Professur mit eigenem Lehrstuhl steht, immer schwieriger werde. Nach Barkes Worten muss eine Uni-Stelle in der Regel nach zwölf Jahren entfristet werden. Allerdings sei dies ein „komplexes Thema“, über das mitunter Gerichte zu entscheiden hätten. Die Uni sei bereits mit „mehreren Klagen“ von wissenschaftlichen Mitarbeitern konfrontiert worden.

Zum Ausgang des Falls Pohl will Barke nichts sagen. Er versichert aber, dass es für die verbliebenen 43 Diplomstudenten, die sich zum Examen bei Pohl angemeldet haben, Lösungen geben werde. Aus Sicht der Studenten gibt es keine Alternative: „Herrn Pohl kann man nicht so einfach ersetzen“, sagt Monecke.

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