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Aus der Stadt Leibniz-Uni baut für 74 Millionen Euro
Hannover Aus der Stadt Leibniz-Uni baut für 74 Millionen Euro
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20:54 07.01.2012
Von Juliane Kaune
Innovation: Im Zentrum für Tragstrukturen werden Bauingenieure Komponenten von Offshore-Windenergieanlagen testen. Die Animation zeigt Hydraulikpressen, die mit großem Druck auf die Bauteile einwirken – diese werden in einem zehn Meter tiefen Wassergraben versenkt (links). Quelle: Handout
Hannover

Auf dem zentralen Campus in der Nordstadt beginnen die Arbeiten für einen Komplex, in dem Chemiker und Biologen nach neuen Wirkstoffen suchen, und in Herrenhausen wird ein Laborgebäude errichtet, in dem Biologen und Gartenbauingenieure gemeinsam forschen. Die Summe, die für alle Projekte verbaut wird, ist beachtlich – mit 64,1 Millionen Euro schlägt sie zu Buche.

„Das ist eine stattliche Größenordnung“, sagt Uni-Baudezernent Horst Bauer. Die geplanten Projekte zeigten, dass die Forscher der Leibniz-Uni auch bei knappen öffentlichen Kassen mit ihren Konzepten überzeugen konnten. Aber nicht nur für die Wissenschaftler wird gebaut: Für 10,2 Millionen Euro wächst derzeit am Zentrum für Hochschulsport (ZfS) am Moritzwinkel ein Erweiterungsbau in die Höhe, den Uni und Land finanzieren. Im Herbst dieses Jahres soll der Komplex mit neuen Sporthallen und Fitnessräumen fertig sein, von dem die rund 7000 Nutzer des ZfS profitieren.

Die Grundsteinlegungen für die Forschungsbauten sind zwischen Frühjahr und Herbst vorgesehen.

Testzentrum für Tragstrukturen: Eines der spektakulärsten Neubauprojekte ist das mit 25 Millionen Euro veranschlagte Projekt zur Erforschung von Offshore-Windenergieanlagen, das überwiegend vom Bundesumweltministerium finanziert wird. Auf dem Gelände des Forschungszentrums Küste in Marienwerder wird ab Herbst eine 20 Meter hohe Versuchshalle errichtet, die es in sich hat: Mittels aufwendiger Technik wollen Uni-Bauingenieure Bedingungen nachahmen, wie sie auf hoher See herrschen. Dazu dient eine 14 Meter lange und zehn Meter tiefe Grube, die mit Wasser und Sand gefüllt wird. Bis zu zehn Meter hohe, originalgetreue Komponenten von Offshore-Windanlagen können dort erprobt werden. Dazu dienen Hydraulikpressen, die mit einem Druck von bis zu 1000 Tonnen auf die Bauteile aus Stahl und Beton einwirken. Ziel ist es, die zentralen Tragstrukturen der Windräder sicherer zu machen, ihre Lebensdauer zu verlängern und die Kosten für die Produktion zu senken. Ende 2013 soll das Testzentrum fertig sein. Ein vergleichbares Projekt sei in ganz Europa nicht zu finden, sagt Bauingenieur Prof. Peter Schaumann. Weltweit gebe es ähnliche Anlagen nur in der Erdbebenforschung.

Biomolekulares Wirkstoffzentrum:  Bund und Land teilen sich die Kosten für das 21,5 Millionen Euro teure Zentrum, das ab Herbst auf dem Uni-Campus am Schneiderberg entsteht und Ende 2013 fertig sein soll. Dort werden Chemiker, Biologen und Biochemiker der Uni mit MHH-Wissenschaftlern kooperieren. Zu den 56 Forschern, die in dem 2200 Quadratmeter großen Komplex arbeiten, gehören auch Kollegen des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig und der dortigen Uni. Ziel der 13 Arbeitsgruppen ist es, neue Wirk- und Naturstoffe zu erforschen, die bis hin zur klinischen Erprobung entwickelt werden sollen. Zum Beispiel testen die Experten ein neues potenzielles Krebsmedikament auf der Basis des Naturstoffs Argyrin. Bei krebskranken Mäusen konnten damit das Tumorwachstum gebremst und die Wucherungen zerstört werden.

Molekulare Pflanzenwissenschaften: In winzigste Strukturen von Pflanzen werden Biologen und Gartenbauingenieure der Uni in dem Laborneubau vordringen, der bis Ende 2013 an der Herrenhäuser Straße entsteht. Im April beginnen die Bauarbeiten für das rund 2500 Quadratmeter große, dreigeschossige Gebäude. Den Großteil der Kosten von 17,6 Millionen Euro zahlt das Land, 6,2 Millionen steuert die Uni bei.

NZ-BMT: Beteiligt sind Uni-Wissenschaftler auch an dem Niedersächsischen Zentrum für Biomedizintechnik und Implantatforschung (NZ-BMT). Der 7000 Quadratmeter große, 54 Millionen Euro teure Komplex wird unter Federführung der Medizinischen Hochschule im Medical Parc errichtet. Bis zu 400 Personen, darunter auch Forscher der Tierärztlichen Hochschule, werden in dem von Bund und Land finanzierten Gebäude unter einem Dach arbeiten, um innovative biomedizinische Implantate zu erforschen – von Herzklappen bis zu Hüftgelenken. Die Grundsteinlegung ist für dieses Frühjahr vorgesehen, rund zwei Jahre Bauzeit sind veranschlagt.

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