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Aus der Stadt Leibniz-Uni plant Umbau und sucht Spender
Hannover Aus der Stadt Leibniz-Uni plant Umbau und sucht Spender
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00:30 16.04.2015
Von Bernd Haase
Foto: Wollen den historischen Pferdestall restaurieren und aufwerten: Uni-Präsident Volker Epping und sein Vorgänger Erich Barke, der die treibende Kraft bei diesem Projekt ist.
Wollen den historischen Pferdestall restaurieren und aufwerten: Uni-Präsident Volker Epping und sein Vorgänger Erich Barke, der die treibende Kraft bei diesem Projekt ist. Quelle: Frank Wilde
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Hannover

Auf 3,5 Millionen Euro werden die Kosten geschätzt, und dafür sollen Spender geradestehen - „wir wollen damit nicht der öffentlichen Hand auf der Tasche liegen“, sagt Uni-Präsident Volker Epping. Immerhin eine Million Euro hat die Uni schon zusammen, womit sich laut Epping zumindest im nächsten Jahr die Fassade des denkmalgeschützten Backsteinbaus sanieren lässt.

Der lang gestreckte Stall wurde 1888 errichtet und beheimatete die Pferde der Kavallerie des 1. Hannoverschen Ulanen-Regiments. Er stand lange leer, wurde dann als Lager genutzt und später dann als Labor und Lernort. Mittlerweile ist er längst ein Sanierungsfall, aber einer mit Potenzial, wie man bei der Uni meint.

Spannende Entwürfe

„Die Leibniz-Universität hat kein originäres Veranstaltungs- und Begegnungszentrum“, sagt Epping. Könnte man die historische Anlage zu einem solchen umbauen, bekämen Stadt und Uni ein Gebäude, das sich für vieles nutzen ließe: Tagungen und Seminare, Konzerte und Lesungen, Begegnungen zwischen Wissenschaftlern und Studenten unterschiedlicher Fakultäten. Letzteres hält die Hochschulleitung angesichts der mit der Umsiedlung der Maschinenbauer nach Garbsen weiter fortschreitenden Zersplitterung des Uni-Standortes Hannover für eine wichtige Sache.

Im Lichthof des Welfenschlosses stehen noch bis Freitag acht Bachelorarbeiten von Studenten der Fakultät für Architektur, die sich mit dem Thema befasst hat. „Wir haben allerdings die Aufgabenstellung erweitert“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter Michael Nehse. So sind spannende Entwürfe etwa mit Arkaden oder Anbauten für Gästehäuser entstanden, die aber schon aus finanziellen Gründen nicht umgesetzt werden können.

Realistischer ist da ein Modell, das die Uni selbst in Auftrag gegeben hat. Es zeigt eine Nutzung, die vor allem im Obergeschoss ein wenig an die traditionsreichen Faculty Clubs englischer und amerikanischer Universitäten erinnert - es gibt sogar eine Whisky- und Zigarrenbar.

400.000 Euro von einem Privatspender

Treibende Kraft hinter den Umbauplänen ist Eppings Vorgänger Erich Barke. Er ist zwar im Januar aus dem Amt geschieden, aber immer noch in Sachen Pferdestall unterwegs - „als eine Art Prediger“, wie er selbst sagt. Barke hält den Stall in seinem jetzigen Zustand für einen Schandfleck. Wie man es besser machen kann, sei in Hannover zu besichtigen - in den ehemaligen militärischen Stallgebäuden an der Dragonerstraße in Vahrenwald.

Eine Million Euro ist nicht nichts, aber es fehlen andererseits noch 2,5 Millionen Euro zum Ziel. Firmenspenden sind eingegangen, auch Privatleute haben sich engagiert. Eine Einzelperson, die öffentlich ungenannt bleiben möchte, hat 400.000 Euro zugesagt und damit fast schon die Hälfte der genannten Summe. Barke hofft jetzt, dass das bisherige Engagement Schule macht. Unterstützen beim Predigen und Sammeln, so hofft er, werden ihn die Stadt Hannover und das Land Niedersachsen. Vielleicht zieht Folgendes als Motivation: „Braunschweig hat so etwas hinbekommen“, sagt Barke.

Rüdiger Meise 16.04.2015
Tobias Morchner 13.04.2015