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Aus der Stadt Klappe, die erste!
Hannover Aus der Stadt Klappe, die erste!
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10:31 29.08.2013
Von Bärbel Hilbig
Die Leibnizschüler drehten ihr Video am Stück ohne Schnitt. Quelle: Körner
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Hannover

In einer einzigen Kamerafahrt durchquerten die beiden Schüler Marius Meiswinkel und Thomas Frost zahllose Gänge und Höfe des Gymnasiums, und überall waren kostümierte Grüppchen in Bewegung. In dem Werk finden sich scheinbar brave Schüler, die plötzlich aus ihren Bänken aufspringen und wild zappeln wie in den „Harlem Shake“-Videos auf YouTube. Auf einem roten Teppich wartet ein falscher Harald Glööckler im Blitzlichtgewitter. Andere Kinder tanzen den „Gangnam Style“, schwenken übergroße Leibnizkekse oder turnen im Laborkittel. „Es gibt ein ganz neues Gemeinschaftsgefühl, seit wir alle zusammen diesen Film gedreht haben“, sagt Kunstlehrer und Filmfestivalleiter Burkhard Inhülsen, der die Idee zu dem speziellen Video hatte.

Gestern Abend bekam die Stimmung an der Leibnizschule noch einen Extraschub. Mit ihrem Video machte die Schule das Rennen um den ersten, mit 5000 Euro dotierten Platz beim neuen Wettbewerb „Kulturkometen“, den die Stiftung Kulturregion Hannover von Sparkasse und Region sowie die TUI Stiftung in Zukunft alle zwei Jahre ausloben wollen. Der Preis ist für Schulen gedacht, die ihre Schüler mit besonders kreativen und außergewöhnlichen Ideen an Kulturaktionen beteiligen.

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Hier gehts zum Video

„Kulturelle Bildungsprojekte, die über Vorgaben des Lehrplans hinausgehen, stellen Schulen oft vor große Probleme und erfordern viel Energie“, sagt Anja Römisch, Geschäftsführerin der Stiftung Kulturregion. Doch der Aufwand zahle sich aus. Kulturelle Bildung fördere Teamgeist, Integration und Selbstbewusstsein, betonte Elke Hlawatschek, Generalsekretärin der TUI-Stiftung.

Der zweite Preis und 3000 Euro gehen an das „Mittagsatelier“ im Schulzentrum Mellendorf. Seit vier Jahren können Kinder und Jugendliche aus allen vier Ganztagsschulen mittags zwischen 12 und 14 Uhr im Atelier aktiv werden. „Es entstehen die wildesten Bilder und Skulpturen, die man sich nur vorstellen kann“, sagt Ganztagskoordinator Gabriel Braun. Die Künstlerin und Designerin Sabine Glandorf vom Verein Kinder- und Jugendkunstschule Wedemark steht den Schülern zur Seite, wenn sie mit Farben und Recyclingmaterial wie alten Knöpfen, Styropor oder Pappkartons hantieren. Täglich schauen 30 bis 60 Kinder vorbei. Die Besonderheit: Das Atelier des Vereins ist auf Dauer im Schulzentrum verankert. „Und die Eltern müssen damit leben, dass ganz viel merkwürdige Kunst entsteht“, sagt Braun mit einem Augenzwinkern.

Anfragen aus Washington und Manila

In der Grundschule Lüneburger Damm regen die Künstlerinnen Andrea von Lüdinghausen, Christiane Oppermann und Anette Ziss von der Arbeitsgemeinschaft Plan K die Kinder an, sich mit dem Gebäude und seinen Räumen zu beschäftigen. Für das Projekt gab es 2000 Euro und den dritten Preis. Das spielerische Erkunden hat später das Ziel, die Schüler gestalterisch am Umbau zu beteiligen.

Die Leibnizschule hat unterdessen Anfragen zu ihrem Musikvideo von Schulen in Städten wie Manila, Washington, Stockholm und Oslo bekommen, die um Tipps zum Nachmachen bitten. Am Gymnasium selbst läuft das nächste Projekt: Schüler wollen mit einem Profi ein Drehbuch für einen Dokumentarspielfilm verfassen. Die Hauptperson liegt nahe: Leibniz.

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