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Aus der Stadt Leinetalschule sperrt Vereine aus Sporthalle aus
Hannover Aus der Stadt Leinetalschule sperrt Vereine aus Sporthalle aus
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06:15 21.11.2012
Von Mathias Klein
Eigenbedarf: Ein Schild am Eingang zur Sporthalle weist darauf hin, dass die Leinetalschule diese nun öfter selbst nutzen will. Quelle: Lehnen
Hannover

Der Schulleiter Peter Domann habe sich selbst vor die Schule gestellt, berichtet der Trainer der F-Jugendfußballmannschaft des SV Arminia Hannover, Hendrik Krüger. Domann teilte den Fußballspielern und ihren verdutzten Eltern mit, dass die Schule die Halle künftig an Montagen länger brauche und sie nicht, wie bisher, ab 16.30 Uhr sondern erst eine dreiviertel Stunde später zum Trainieren zur Verfügung stehe. Inzwischen hängt auch ein entsprechendes Schild an der Tür.

Die Schulsporthallen Hannovers sind nachmittags und abends für Vereine geöffnet. Ein komplizierter Plan regelt die Nutzungszeiten. Immer mal wieder gibt es Streit - doch in Kleefeld schlagen die Wellen jetzt besonders hoch. Als erbärmlich bezeichnete Fußballtrainer Krüger das Verhalten des Schulleiters, zumal in dem betreffendem Zeitraum gar kein Schulunterricht stattgefunden habe. Betroffen sind nach seinen Angaben mindestens drei weitere hannoversche Sportvereine, denen die Stadt in der Turnhalle der Leinetalschule Übungszeiten zugeteilt hatte.

Schulleiter Domann verteidigt dagegen die kurzfristige Verlängerung für den Schulsport. „In einer Schulsporthalle muss der Schulsport vorgehen“, sagt er. Die Halle, die der Schule gehöre, werde jetzt eben länger von der Schule benötigt. Montags bis donnerstags sei sie daher erst ab 17.15 Uhr statt wie bisher ab 16.30 Uhr für Vereine nutzbar. Der mit der Stadt geschlossene Nutzungsvertrag für Übungsstunden ist aus Sicht des Schulträgers der Privatschule strittig.

Die Leinetalschule, früheres Türkisches Gymnasium, wird von knapp 200 Mädchen und Jungen besucht. Bislang konnte sie auf die Turnhalle der benachbarten Maximilian-Kolbe-Schule ausweichen. „Die Schule braucht die Halle jetzt aber den ganzen Tag selbst“, sagt Domann. Er verweist außerdem darauf, dass die überwiegend islamischen Eltern seiner Schüler erwarteteten, dass die Kinder von der Pubertät an getrennten Sportunterricht erhielten.

Die Stadt reagiert zunächst ratlos auf den Streit. „Wir müssen überlegen, was wir machen“, sagte Sprecher Udo Möller. Entweder könne man Gespräche führen, um die Schule zur Vernunft zu bringen, oder juristisch gegen den Trägerverein vorgehen.

Beim Verkauf der Schule vor einigen Jahren war die weitere Nutzung der Halle zwischen Schulträger und Stadt vertraglich vereinbart worden. Bereits vor drei Jahren sei dann die Stadt der Schule bei den Nutzungszeiten der Turnhalle entgegengekommen, berichtet Möller. „Jetzt hat die Schule ihren Eigenbedarf erhöht, ohne die Stadt zu fragen.“ Der Vertrag gebe das jedoch nicht her.

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