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Aus der Stadt Surfer bauen nicht mehr auf Geld von der Stadt
Hannover Aus der Stadt Surfer bauen nicht mehr auf Geld von der Stadt
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06:29 14.11.2014
Von Bernd Haase
Computeranimation des geplanten Wellenkanals vor dem Leineschloss.
Computeranimation des geplanten Wellenkanals vor dem Leineschloss. Quelle: Visualisierung: Eric Meier
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Hannover

„Uns ist klar, dass es in der derzeitigen Situation unmöglich ist, Finanzzusagen aus dem Rathaus zu erhalten“, sagt Lorenz Hansen, Geschäftsführer der Baufirma Gundlach und Vorstandsmitglied des Vereins. Für die Baukosten gibt es bisher nur Schätzungen, sie belaufen sich auf rund 1,7 Millionen Euro.

Hansen betont, man arbeite intensiv an der Finanzierung für die Anlage. Mögliche Geldquellen wären zum einen Sponsoren, zum anderen will man sich nach Fördertöpfen jenseits des Stadtetats umsehen. „Wir haben schließlich für das Vorhaben an sich Unterstützung aus der Politik erhalten“, sagt der Architekt Heiko Heybey, treibende Kraft hinter den Plänen.

Die Kosten für den Betrieb der Anlage, die aus je einer Welle für Surfprofis, -anfänger und Kanuten bestehen soll, will der Verein aus eigener Kraft decken. Er beruft sich dabei auf Ergebnisse einer länderübergreifenden Studie aus Österreich, bei der auch mehr als 400 Hannoveraner sowie 80 Niedersachsen befragt worden sind. Demnach würden 80 Prozent aller Befragten Jahresbeiträge von 100 Euro und mehr zahlen. Weil der Verein Leinewelle laut Heybey 7000 sogenannte Aktivisten und rund 10.000 Facebook-Freunde hat, rechnet der Initiator damit, dass das Beitragsaufkommen hoch genug wäre, um die Betriebskosten aufzubringen.

Gefragt haben die Österreicher auch nach dem Nutzungsverhalten potenzieller Surfer in Hannover. Ergebnis: 40 Prozent würden eine Anreisezeit von zwei Stunden in Kauf nehmen, weitere 39 eine von einer Stunde. Jeder zweite aus der ersten Gruppe würde wöchentlich oder häufiger sein Board zur Leine tragen, der Rest der Befragten würde dies mindestens monatlich tun.

Die äußerst rührigen Wellen-Protagonisten sehen in dem Vorhaben, bei dem es sich immerhin um die erste Flusswelle Norddeutschlands handeln würde, auch einen Beitrag für das Image der Stadt und deren Attraktivität gerade für qualifizierte junge Leute. Damit stehen sie nicht allein. Fritz Kelle etwa, Vorsitzender des Unternehmensvereins Zukunft-Inc, dem unter anderem Bahlsen, Kind Hörgeräte oder Sennheiser angehören, oder Dennis Meyer, Vorsitzender der City-Gemeinschaft der Kaufleute, sehen die Dinge ähnlich. Ob es plausibel ist, soll wissenschaftlich beleuchtet werden. Timo Osinski, Student der Wirtschaftsgeografie an der Leibniz-Uni, will in seiner Masterarbeit untersuchen, welche ökonomischen Effekte eine Flusswelle für Hannover mit sich brächte.

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