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Aus der Stadt Freunde – aber kaum Finanziers
Hannover Aus der Stadt Freunde – aber kaum Finanziers
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21:17 01.10.2014
Stadtsprecher Andreas Möser bestätigte gestern einen Bericht der HAZ, wonach Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) in einer Rede Bedenken gegenüber dem Vorhaben geäußert hat – bei aller Sympathie für die Idee.
Stadtsprecher Andreas Möser bestätigte gestern einen Bericht der HAZ, wonach Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) in einer Rede Bedenken gegenüber dem Vorhaben geäußert hat – bei aller Sympathie für die Idee. Quelle: dpa
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Hannover

Die Mehrheit der Ratspolitiker hält den Bau einer stehenden Welle vor dem Leineschloss nach wie vor für eine gute Idee – die Finanzierung aber für kaum darstellbar. Während einer Anhörung gestern im Rathaus vor mehreren Ausschüssen wurde deutlich, dass es bei den kalkulierten Kosten von 1,7 Millionen Euro kaum bleiben dürfte. „Es wird eine Fischtreppe geben müssen, und auch das Genehmigungsverfahren verursacht Kosten“, sagte Sonja Papenfuß von der Naturschutzbehörde der Region.

Die Initiatoren der Leinewelle rund um den Architekten Heiko Heybey verteidigen ihr Projekt und betonen die Attraktivität, die Hannover durch drei stehende Wellen mitten in der City gewänne. Nicht nur 3000 bis 4000 Surfer in Hannover würden von der Flusswelle profitieren, argumentieren sie. Der Sport mit seinen hohen Schauwerten ziehe auch etliche Zuschauer an. „Jetzt brauchen wir ein Bekenntnis der Stadt zur Leinewelle“, sagt Sebastian Stern, einer der Initiatoren. Dann könne man mit Sponsoren verhandeln und weitere Gutachten in Auftrag geben.

Die Stadtspitze geht jedoch aus finanziellen Erwägungen auf Abstand zur Leinewelle. Stadtsprecher Andreas Möser bestätigte gestern einen Bericht der HAZ, wonach Oberbürgermeister Stefan Schostok (SPD) in einer Rede Bedenken gegenüber dem Vorhaben geäußert hat – bei aller Sympathie für die Idee. c Fakt sei zudem, dass die Stadt für die kommenden vier Jahre ein millionenschweres Sparprogramm angekündigt hat.

Auch in der SPD ist man sich einig, dass eine Finanzierung aus der Stadtkasse zumindest kurzfristig „schwierig“ sei, wie SPD-Baupolitiker Ewald Nagel sagt. Dennoch hält er die Leinewelle für „eine tolle Sache“ und fordert die Stadt auf, Vorschläge auf den Tisch zu legen, wie es weitergehen könnte. Die Grünen dagegen halten sich bedeckt. „Das Projekt ist spannend, wir sind aber skeptisch beim Einsatz öffentlicher Mittel“, sagt Grünen-Baupolitiker Michael Dette.
Die CDU wiederum hegt uneingeschränkte Sympathie für die Leinesurfer. „Das Vorhaben darf nicht am Geld scheitern“, sagt CDU-Baupolitiker Felix Blaschzyk. Finanzielle Spielräume gebe es im Haushalt genug, meint er.

Ungeklärt sind einige technische Fragen. Die Stadtwerke befürchten, dass in den Sommermonaten zu wenig Wasser fließt, um eine Welle aufzubauen. Heybey entgegnet, dass die Wassermenge für eine Anfängerwelle ausreichen werde. Die Stadtentwässerung gibt zu bedenken, dass nach Starkregenfällen Abwässer in den Fluss gelangen. „Im Zweifelsfall muss die Anlage bei Hochwasser geschlossen werden“, sagt Heybey.

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