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Aus der Stadt Geschichten aus der politischen Welt
Hannover Aus der Stadt Geschichten aus der politischen Welt
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20:27 06.11.2014
Foto: Gerd Ruge teilt bei seiner Lesung bei Decius in 
Hannover Erinnerungen.
Gerd Ruge teilt bei seiner Lesung bei Decius in 
Hannover Erinnerungen. Quelle: Körner
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Hannover

Die Lesung zu seinem Buch „Unterwegs - Politische Erinnerungen“ ist seit langem ausverkauft, die Sitzplätze reichen nicht für alle Besucher. Ob politisches Ereignis oder einfach das bekannte Gesicht aus dem Fernsehen – so gut wie alle, die gekommen sind, verbinden etwas mit dem 86-Jährigen.

„Man könnte meinen, Gerd Ruge war immer dabei, wenn etwas Wichtiges passierte“, sagt HAZ-Autorin Nina May, die das Gespräch moderiert. Wer diese Ansicht nicht teilt, wird am Ende des Abends anderer Meinung sein. Ruge berichtet von seiner Zeit in Moskau, wo er von 1956 bis 1959 erster Korrespondent der ARD war, von seinen Begegnungen mit dem damaligen KPdSU-Chef Nikita Sergejewitsch Chruschtschow und einer abenteuerlichen Reise nach Sibirien. „Selbst der KGB wusste nicht mehr, wie es dort aussah“, erzählt Ruge. Das Publikum lacht. Mit Leidenschaft schöpft der langjährige ARD-Korrespondent aus seinen Erinnerungen, erzählt Geschichten von großen Politikern und einfachen Leuten, die er während seiner Auslandsreisen kennenlernte. Besonders in Erinnerung geblieben seien ihm die Begegnungen mit Martin Luther King und Robert Kennedy – auch ihre Ermordungen.

Dabei war es nicht das Abenteuer, das ihn immer wieder in fremde Länder und teils gefährliche Gebiete zog. Wie 1950, als er mit 5000 Mark und dem Hinweis, das meiste davon für den Rückweg zu behalten, als erster westdeutscher Journalist nach dem Zweiten Weltkrieg nach Jugoslawien reiste. Es war die Neugierde, die ihn trieb und „ein tolles Gemisch von Eindrücken, das man mitnehmen konnte“. Nach eineinhalb Stunden ist der Abend vorüber. Man hat das Gefühl, Ruge hätte noch viel zu sagen gehabt.     

Von Sabine Gurol

06.11.2014
07.11.2014